BDFaktuell 06 / 2018

BDFaktuell 06 / 2018
Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Laufbahnprüfung

 
Übergabe eines Präsentkorbes vom BDF Hessen an den Prüfungsbesten, Herrn Rees
Foto: Franziska Balle
Der Abschlussjahrgang aus dem Frühjahr 2018 nach der Zeugnisvergabe
Foto: Franziska Balle

Am 22. und 23. März fand die erste von zwei Laufbahnprüfungen für den gehobenen Dienst in diesem Jahr an bewährter Stelle, im Forstamt Weilburg statt.
Von den angetretenen 17 Prüflingen haben alle die Prüfung erfolgreich bestanden. 12 von ihnen erreichten die Notengrenze von 9 Punkten und erhielten ein direktes Übernahmeangebot. Obwohl der Landesbetrieb HessenForst nach wie vor ein Einstellungsdefizit im Bereich des gehobenen Forstdienstes hat, konnte anders als in vergangenen Jahren eine Lockerung der 9-Punkte-Grenze bei dieser Prüfung nicht erreicht werden.
Der BDF Hessen gratuliert allen Absolventen zur bestandenen Laufbahnprüfung und wünscht den jungen Kollegen alles Gute für ihre berufliche Zukunft!

Franziska Balle
 

BDFaktuell 06 / 2018
Wald oder Forst? Eine eindeutige Definition!

„Jeder Forst ist zugleich auch ein Wald, aber nicht jeder Wald, und wäre er auch noch so groß, ein Forst. Die geregelte Pflege und Bewirtschaftung macht den Wald zum Forste. Darum gibt es Urwälder aber keine Ur­forsten, eine Forstwissenschaft, keine Waldwissenschaft. Das uralte deutsche Wort trägt diese seine be­schränkende Bedeutung in dem Wort Förster klar zur Schau, für welches die Sprache kein gleichbedeutendes von Wald gebildet hat.
Die Nutzung des Waldes macht ihn noch nicht zum Forste und darum sind leider noch viele unserer Gemein­dewaldungen keine Gemeindeforsten. Die Aufgabe der Zeit aber ist es, wenigstens in Kulturstaaten, alle Wälder Forsten werden zu lassen. Wir alle sind dabei beteiligt, und mehr noch als wir unsere Enkel.
Man darf es wohl sagen, dass die fern von großen Waldungen in volkreichen Städten Wohnende die forst­liche Bedeutung des Waldes nur oberflächlich, meist sogar noch weniger, kennen und würdigen. Ihnen ist der Wald eine von selbst fließende Quelle, die ihnen umso unerschöpflicher zu sein scheint, je weniger sie das Baumleben kennen und je unbekannter sie sind mit den Ziffern der Statistik, einer Wissenschaft so mei­nen sie, die sie ja nichts angeht.
Wie wenig ahnt man, dass der Förster mit dem Gärtner und Ackerbauer die gleiche Aufgabe hat: Pflanzen zu säen und zu erziehen, nur unter noch weit größeren Mühen und Widerwärtigkeiten und – das vergesse man nicht – oft, ja meist ohne in der Reife seiner Saaten seinen Lohn zu erleben. Leider ist ja Vielen der Förster mehr bloß ein Holzverwalter als ein Walderzieher.‟
aus: Emil Adolf Roßmäßler: „Der Wald“ (Leipzig 1863)
 
Emil Adolf Roßmäßler (1806-1867) war ein bekannter Botaniker und Zoologe, Prof. in Tharandt; sein Enkel war Otto Franz Roßmäßler (1875-1940), langjähriger Leiter des Freiherrlich-Riedesel′schen Forstamtes Eisenbach; dessen Sohn Werner Roßmäßler (1900-1996), Landforstmeister der Hess. Landesforst­verwaltung (Forsteinrichter,  Leiter FA Beerfelden).

Hans-Kurt Köhler

 


 

Stand: 31. März 2019