BDFaktuell 03 / 2015

BDFaktuell 03 / 2015
Enttäuscht und empört

von Dr. Manfred Johann  

bei der Pillenausgabe: v.l.n.r. Michael Boddenberg (CDU), Matthias Wagner (Bündnis 90/GRÜNE), Ute Wiegand-Fleischhacker (dbb-hessen), Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD), Janine Wissler (DIE LINKE) und Wolfgang Greilich (FDP)
Foto: Dr. Manfred Johann

Anfang Februar wurde der erste Haushalt der hessischen schwarz-grünen Landesregierung mit den Gegenstimmen der Oppositionsparteien verabschiedet. Zu Beginn der Landtagssitzung rief der DBB-Hessen seine Mitgliedsverbände noch zu einer Protestkundgebung in Wiesbaden auf, um gegen die erneute, auch zukünftig bereits fest eingeplante Deckelung der Beamtenbesoldung, die Kürzung der Beihilfe, Stelleneinsparungen und die immer noch bundesweit einmalige Arbeitszeitregelung zu demonstrieren. Weit über 600 Demonstranten haben sich, des Streikverbots bewusst, Urlaub genommen, um ihrem Unmut mit Pfeifen, Sirenen und Jagdhörnern Gehör zu verschaffen: auch etliche Forstleute von BDF und IG BAU schlossen sich gemeinsam dem Protest an.

Ute Wiegand-Fleischhacker, die Vorsitzende des DBB-Hessen, las den doch immerhin in erkennbarer Zahl anwesenden Politikern mit einer engagierten Rede die Leviten (komplette Rede unter "http://www.dbbhessen.de") und überreichte den Vorsitzenden aller Fraktionen in großen Mengen das neue Medikament „Deckelungs-Stopp forte“, ergänzt vom Beitrag des Jugendleiters Martin Walter, der die nicht gerade rosigen Zukunftsperspektiven beleuchtete.

Aber weder Pillen noch die Beleuchtung von Politikern bewegen etwas, wenn diese das erneute Sonderopfer der Beamten bereits im Vorfeld ohne jegliche Beteiligung der Verbände im Koalitionsvertrag ausgehandelt haben, keinerlei Dialog suchen und nach Gutsherrenart entscheiden.

Nun kann man natürlich fragen: „Was bringt das dann?“.

Flagge zeigen
Foto: Dr. Manfred Johann
Nun, vielleicht bringt es den Politikern einfach nur mal wieder in Erinnerung, dass dem Beamtentum ein besonderes Dienst- und Treueverhältnis zugrunde liegt: „Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges Verhältnis. Während der Beamte seine Dienstleistungspflichten zu erfüllen hat, hat der Dienstherr im Rahmen dieses Dienst- und Treueverhältnisses für das Wohl der Beamten und ihrer Familien, auch für die Zeit nach Beendigung des Beamtenverhältnisses, zu sorgen“ (Zitat aus Wikipedia). Leider wird dieses Verhältnis seit der „Operation sichere Zukunft“ vor jetzt bereits 12 Jahren (!) vom gesamten öffentlichen Dienst nur noch als Einbahnstraße, ein gütiges „Vergelt´s Gott“ des Ministerpräsidenten in der Weihnachtsbotschaft für die gute Leistung und die vielen Belastungen zwar als tröstlich, aber insgesamt als unzureichend, wenn nicht gar als Hohn empfunden. Auch wenn das Wählergedächtnis gemeinhin als kurz bezeichnet wird: die inzwischen langjährige Rolle des Beamten als wehrloses und leicht realisierbares Einsparpotential, von Medien und Stammtischen genüsslich und oft mit einer eher oberflächlichen Beziehung zur Wahrheit kommentiert, hinterlässt eine tiefsitzende und nachhaltige Empörung der Betroffenen, die bei der nächsten Wahl sicherlich nicht komplett vergessen sein wird.

Als letztes Mittel käme noch eine Klage in Betracht, wie derzeit in Rheinland-Pfalz und auch weiteren Bundesländern (s.a. http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg14-094); dies könnte die Beamten zumindest aus der Rolle der Bittsteller herausführen und bei Politikern, in Medien und an Stammtischen zumindest ansatzweise einen Denkprozess anstoßen.

BDFaktuell 03 / 2015
„Jubiläums-Seniorentreffen“ im Mai in Gelnhausen

von Michel Küthe

In diesem Jahr treffen sich die Senioren des Landesverbandes Hessen zum 10. Male, die Barbarossastadt Gelnhausen soll unser Ziel werden. Obwohl die Vorbereitungen noch nicht abgeschlossen sind, gibt es schon vorweg ein paar Informationen für die Teilnehmer. In diesem Jahr treffen wir uns entgegen bisherigen Terminierungen an einem Mittwoch, da der bisher übliche Donnerstag auf einen Feiertag fällt und wir auch den „Donnerstag-Dauerverhinderten“ mal Gelegenheit geben wollen, an diesem Treffen teilzunehmen.

Gelnhausen, verkehrsgünstig an der „Via Regia“, der Handelsstraße von Frankfurt am Main nach Leipzig, gelegen, wurde im Jahr 1170 als geplante Stadtanlage durch Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) gegründet. Kaiserliche Handelsprivilegien führten zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Gelnhausen war damit eine der reichsten Städte im Deutschen Reich. Ab 1282 prägte man hier eine kaiserliche Münze. Die Blüte dauerte aber keine 150 Jahre. Gelnhausen hatte damals etwa 3000 Einwohner. Die prächtige Kaiserpfalz, die als die besterhaltene staufische Pfalz in Deutschland gilt, liegt malerisch am Rande der Altstadt. Heute sind nur noch Teile der Anlage erhalten, darunter die vollständige Ringmauer, die reich geschmückte Hoffassade des Palas und Reste der Burgkapelle. Diese Bauteile gehören zu den bedeutendsten Profanbauten der Romanik in Mitteleuropa. In der Kaiserpfalz fand 1180 ein historisch bedeutender Reichstag statt, auf dem Heinrich der Löwe entmachtet wurde. In den Jahren 1186 und 1195 fanden weitere Hoftage statt.

Der Niedergang der Pfalz setzte schon im 14. Jahrhundert ein. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Stadt und Pfalz stark zerstört. Nach dem Aussterben des Hauses Hanau im Jahre 1736 fiel Gelnhausen an die Landgrafen von Hessen-Kassel. Die Pfalz wurde bis 1811 als Steinbruch genutzt; aufgrund ihrer Baufälligkeit musste 1856 die Kapelle teilweise abgerissen werden. Um 1810 gehörte die Pfalz zu den ersten Bauwerken aus der Epoche der Romanik in Deutschland, die die Aufmerksamkeit der kunstinteressierten Gelehrten fand.
Die endgültige Einladung erhalten Sie in der Aprilausgabe von BDF-aktuell und direkt durch persönliches Einladungsschreiben.

Bitte planen Sie den 13. Mai schon fest in Ihrem Terminkalender ein.

 

 

Stand: 31. März 2019