BDFaktuell 10 / 2013

BDFaktuell 10 / 2013
DBB-Landesgewerkschaftstag – Nachlese

Am 21.und 22. August fand der Landesgewerkschaftstag des DBB-Hessen in Fulda statt. Hierzu sind alle 4 Jahre die Delegierten der Mitgliedsverbände geladen, um den alten Vorstand zu entlasten und einen neuen zu wählen sowie Anträge zu bearbeiten, die die Linie des DBB zu wesentlichen Fragen justieren sollen. Zugegen waren 170 Delegierte. Der BDF-Hessen war mit 2 Delegierten vertreten: dem Vorsitzenden, Dr. Gero Hütte-von Essen, und dem stellvertretenden Vorsitzenden, Werner Schaaf.

Wesentlicher Tagesordnungspunkt war die Neuwahl des Vorsitzenden, da Herr Walter Spieß, der dieses Amt über 24 Jahre lang ausgeübt hatte, aus Altersgründen zurücktrat. Seine Nachfolgerin wurde Frau Ute Wiegand-Fleischhacker, die als langjährige stellvertretende Vorsitzende sowie Frauen- und Bildungsbeauftragte schon viel Erfahrung mitbringt und sich das Vertrauen der Delegierten langjährig erworben hat.

Die Kassenführung des DBB-Hessen erwies sich als gut geführt und die Kasse als gut gefüllt.

Die Anträge forderten vieles, das die Linie des DBB bestätigt: Rückkehr zur 40-Stunden-Woche, jeweils sofortige und vollständige Übernahme der Tarifabschlüsse, Rückkehr in die TdL usw. Der BDF schaffte es, den ersten von 63 Anträgen zu stellen und so als verhältnismäßig kleiner Berufsverband an herausragender Stelle zu stehen. Alle drei Anträge des BDF wurden mit überwältigender Mehrheit angenommen: Verhandlung eines Demographiepakts für den öffentlichen Dienst, kostendeckende Fahrtkostenentschädigung (0,40 €/km) zuzüglich Waldzulage (0,08 €/km) und Wiedereinführung des Beamtenstatus für den forsttechnischen Dienst.
Führungswechsel: Ute Wiegand-Fleischhacker und Walter Spieß
Foto: Friedhelm Windmüller, dbb-hessen

Schließlich wird neben der bereits bestehenden Jugend- und Frauenvertretung nun auch eine Seniorenvertretung im Vorstand des DBB-Hessen etabliert.


Nach einer ebenfalls beschlossenen Satzungsänderung findet der nächste Landesgewerkschaftstag des DBB-Hessen erst nach 5 Jahren, d.h. im Jahr 2018 statt.

 

BDFaktuell 10 / 2013
BDF-Hessen unterstützt Prüfungssimulation für Anwärter

 
Im Rahmen ihres Wahlprogramms suchten die hessischen Anwärter um eine Prüfungssimulation im Forstamt Vöhl nach. Dort wurde am 28. August an sechs Stationen eine Prüfung simuliert und wesentliche Erfahrungen zur optimierten Vorbereitung auf und zum Auftreten in der Prüfung vermittelt. Der BDF unterstützte die Veranstaltung durch Stellen von Speisen und Getränken, so dass die „Prüfung“ ausklingen konnte im lockeren Gespräch mit den Personen, die vor nicht allzu langer Zeit in der gleichen Situation gestanden haben. Die anwesenden 19 der 20 Anwärter zeigten sich sehr dankbar, dass ihnen diese Möglichkeit der intensiven Prüfungsvorbereitung geboten wurde.

 

BDFaktuell 10 / 2013
Förderrichtlinie Waldklimafonds in Kraft gesetzt

 
Am 26.6.2013 wurde die Richtlinie zum Waldklimafonds veröffentlicht. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 die klimaschädlichen Treibhausgase um 40 % und bis 2030 um 55 % unter das Niveau von 1990 zu senken. Mit dem Beschluss zur Einrichtung des Waldklimafonds unterstreicht die Bundesregierung die Bedeutung unserer Waldökosysteme sowie die positiven Effekte einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und Holzverwendung für den Schutz des Klimas.
Mit dem Waldklimafonds sollen Maßnahmen von besonderem Bundesinteresse umgesetzt werden, die der Anpassung der Wälder an den Klimawandel dienen und den unverzichtbaren Beitrag naturnaher, struktur- und artenreicher Wälder zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen auf Dauer erhalten.
Insgesamt gibt es fünf Förderschwerpunkte. Das sind:
1. Anpassung der Wälder an den Klimawandel
2. Sicherung der Kohlenstoffspeicherung und Erhöhung der CO2-Bindung von Wäldern,
3. Erhöhung des Holzproduktspeichers sowie der CO2-Minderung und Substitution durch Holzprodukte,
4. Forschung und Monitoring zur Unterstützung der Förderziele und
5. Information und Kommunikation zur Unterstützung der Förderziele.
Die Zuwendung kann bis zu 90 % der zuwendungsfähigen Ausgaben betragen und ist beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zu beantragen.
Weitere Information unter www.waldklimafonds.de

 

BDFaktuell 10 / 2013
Der moderne Wolf - ein kulinarischer Ansatz zur Lösung des Wald-Wild-Dilemmas

von Sebastian Gräf

Der moderne Waldbau setzt auf die Ausnutzung natürlicher Prozesse. Wesentlich ist dabei die Gründung neuer Waldgenerationen durch natürliche Verjüngung. In den vergangenen Jahrzehnten ist daraus ein Konflikt zwischen den Interessen der Forstwirtschaft an einer möglichst ungeschädigten Waldvegetation und der Jägerschaft mit dem Ziel möglichst hoher Wilddichten entstanden.

Seit der Wiederkehr der Wölfe nach Deutschland wächst unter Forstleuten die Zuversicht, dieses Problem möge sich über die Zeit durch die Rückkehr der Großprädatoren von alleine lösen. Ist das aber nicht zu kurz gedacht? Denn Wölfe haben kein Interesse an niedrigen Wildbeständen und strukturierte Dauerwälder sind nicht das Lebensziel eines Carnivoren. Machen diese das Jagen doch unnötig schwierig.

Ein Besuch in der Lausitz bei den Kollegen des zuständigen Bundesforstamtes hat mir die Augen geöffnet. Denn trotz mehrerer Wolfsrudel in der Region sind die Bestände von Sau, Hirsch und Reh nicht dramatisch eingebrochen. Allenfalls Muffelwild wird wegen der fehlenden Rückzugsmöglichkeit (Gebirgswild) mehr oder weniger verschwinden (vgl. dazu: http://www.wolfsregion-lausitz.de/streckenentwicklung)

„Was nun?“ fragt sich der Forstmann und grübelt über den Wald von Morgen. Gibt es überhaupt eine Lösung im „Wald-Wild-Konflikt“, wenn selbst der Wolf nicht genug Schalenwild frisst?

Ja, die gibt es!
Die moderne Technik bietet auch hier eine humane Lösung. Nicht nur im Büro oder bei der Holzernte kann Sie das Leben der Forstleute erleichtern: auch bei der Bewältigung der Jagdstrecken kann effektiver gearbeitet werden.

Was wir brauchen ist ein moderner Wolf: Den elektrischen Fleischwolf!

 
Der moderne Wolf und selbst hergestellte Wurstwaren 
Foto: S. Gräf, Langen

Seit mir dieses zutrauliche Tier aus einem Geschäft für Fleischereibedarf zugelaufen ist, steigt meine Wildstrecke stetig an und die Tiefkühltruhe muss zeitweise Hartz IV beantragen.

Bisher hatte ich immer Probleme mit dem vergleichsweise hohen Arbeitsaufwand bei der Herrichtung der eher „unedlen“ Teile wie Blätter, Bauchlappen oder Träger. Zudem stellte sich im Sommer immer die Frage wohin mit dem ganzen Fleisch, welches nicht für Steaks geeignet ist?

  • Dank des Fleischwolfes habe ich nun ausreichend Verwendung für diese Teile. Als Hackfleisch für Spaghetti Bolognese oder als Grundlage für Frikadellen, Hamburger und Bratwürstchen, die vom Grill unglaublich lecker schmecken.
  • Dank meines neuen Haustieres ist der Absatz für meine Jagdstrecke gesichert und jedes passende Stück, das mir vor die Büchse läuft, wandert in die Küche.

Ausreden für niedrige Abschusszahlen gibt es jetzt keine mehr!

„Verwursten und Aufessen“ ist das passende Motto, das einen gesunden und wirklich nachhaltigen Lösungsansatz für die Sorgen der Land- und Forstwirtschaft über die steigenden Schalenwildbestände aufzeigt.

Guten Appetit und natürlich kräftig Waidmanns Heil!

 

BDFaktuell 10 / 2013
„Wildfrikadellen „Langener Art“

von Sebastian Gräf

Wildfleisch vom Nacken, den Blättern, den Bauchlappen oder den Unterbeinen durch die feine oder mittlere Scheibe im Fleischwolf drehen (Kleinmengen funktionieren auch im Mixer oder mit dem Schneidemesser der Küchenmaschine).

Für die Herstellung von Hackfleisch eignen sich alle Schalenwildarten gleichermaßen. Auch reines Rehwild bleibt bei richtiger Zubereitung (Kerntemperatur messen) saftig.

Zutaten pro Person:

ca. 200 g Hackfleisch
1 kleine Mohrrübe
½ Zwiebel
Salz (ca. 4g, ein gehäufter Teelöffel)
Pfeffer
Kräuter der Provence (oder Majoran, Thymian, Oregano; je nach Geschmack)
etwas Gemüsebrühe
als Frühjahrsvariante fein gehackten Bärlauch zugeben

Das Hackfleisch in einer großen Schüssel mit den fein gehackten Mohrrüben, den fein gehackten Zwiebeln und den Gewürzen gut mischen. Damit die Frikadellen auch ohne Eier zusammenhalten, muss die Masse mit der Hand gut durchgeknetet werden.

In der Zwischenzeit in einer Pfanne Bratfett oder Öl stark erhitzen. Die geformten Frikadellen scharf anbraten. Sind die Frikadellen auf beiden Seiten knusprig gebraten mit etwas Gemüsebrühe ablöschen. Die Hitze reduzieren und die Frikadellen bei geschlossenem Deckel garziehen lassen. Die Kerntemperatur sollte bei Wildfleisch über 70°C liegen.

Die fertigen Frikadellen aus der Pfanne nehmen und mit Alufolie abgedeckt ein paar Minuten ruhen lassen. Für die Soße kann dem Bratensatz etwas Rotwein, Bier oder mehr Gemüsebrühe zugegeben werden. Dieser wird bei starker Hitze eingekocht, bis sich eine sämige Soße ergibt.

Als Beilage eignen sich Kartoffeln und frisches Gemüse der Saison.

 

Stand: 31. März 2019