BDFaktuell 06 / 2013

Personalentwicklung Hessen Forst 2025Lesen Sie auch die vom BDF
abweichenden Positionen der IGBAU

zur Personalentwicklung

BDFaktuell 06 / 2013
Impressionen von der Jahreshauptversammlung

von Dr. Manfred Johann

Die diesjährige Jahreshauptversammlung fand am 17. April mit interessanten Gästen und unter reger Beteiligung von Mitgliedern, aber auch vielen Nicht-Mitgliedern in Alsfeld-Eudorf statt.

Nach der Begrüßung durch unseren Vorsitzenden Dr. Gero Hütte-von Essen übermittelte der Bundesvorsitzende Hans Jacobs die Grüße des Bundesvorstands und beleuchtete verschiedene Strategieoptionen im Jubiläumsjahr „300 Jahre Nachhaltigkeit“ sowie den radikalen Personalabbau in der Forstwirtschaft.

Christoph Schulz, „unser Mann“ in der DBB-Jugend, nutzte das Forum, um die gerade frisch errungenen Tarifergebnisse bekanntzugeben und stellvertretend für Walter Spieß, der noch die Nachwehen der Tarifverhandlungen abarbeiten musste, die Grüße des DBB-Hessen auszurichten.

Das Impulsreferat mit dem Thema „Nachhaltigkeit und Forstorganisation – zur Koevolution zweier Begriffe“ hielt – fundiert und humorvoll – Prof. Dr. Hubert Merkel von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Fakultät Ressourcenmanagement, Studiengang Forstwirtschaft in Göttingen. Was liegt näher, als bei Fragen der Nachhaltigkeit mal bei den Klassikern nachzuschauen und Vergleiche mit der aktuellen Situation zu ziehen? Hier ging Merkel u.a. auf die „Grundsätze der Forst-Direction“ (1803) von Georg Ludwig Hartig ein. Besonders große Zustimmung des Publikums fand das Zitat:

„Ist hingegen der Wirkungskreis zu groß, so leiden die Geschäfte darunter Noth. Sie werden alsdann im Allgemeinen nur unvollständig besorgt, und der gewissenhafte nach Auszeichnung strebende vorzüglich schätzbare Diener, arbeitet sich siech, oder wohl gar zu todte.“

Hiermit schien der Referent einen Nerv des Publikums getroffen zu haben. Kritik übte er auch daran, dass Überlegungen zur Arbeitsorganisation von äußeren Faktoren getrieben werden und das fachlich Notwendige in den Hintergrund trete. Hoffnung machten die Ergebnisse einer aktuellen Studie, die zwar feststellte, dass der Begriff „nachhaltige Waldwirtschaft“ in der Bevölkerung nicht unbedingt verankert sei, aber die Forstleute bei Waldfragen die größte Glaubwürdigkeit genießen. Der Vortrag wurde mit großem Applaus gewürdigt. (Download als PDF-Datei).

Die anschließende Podiumsdiskussion moderierte Gerd Bauer vom Hessischen Rundfunk, als Gäste waren die forstpolitischen Sprecher des Hessischen Landtags eingeladen: Dr. Walter Arnold (CDU), Martina Feldmayer (Bündnis 90 / Die Grünen), Heinrich Heidel (FDP, in kurzfristiger Vertretung für Frank Sürmann), Heinz Lotz (SPD) und Marjana Schott (DIE LINKE). Die Diskussion verlief sehr lebhaft mit starker und engagierter Beteiligung des Publikums. Es wäre an dieser Stelle unfair, einzelne Äußerungen der Diskutanten herauszuheben, die „im Eifer des Gefechts“ gefallen sind, und sie womöglich darauf „festzunageln“. Hierzu läuft derzeit eine Befragung der Landtagsfraktionen, deren Ergebnisse rechtzeitig vor der Wahl veröffentlicht werden sollen. Als grundlegende Tendenzen sind jedoch festzustellen, dass bei den Regierungsparteien wirtschaftliche Überlegungen einen großen Raum einnehmen, während die Oppositionsparteien ein größeres Gleichgewicht zwischen den Lebensbereichen „Umwelt – Soziales – Wirtschaft“ anstreben; dies bestimmte auch die Beiträge zur Frage weiteren Personalabbaus.

Die Diskussionsrunde endete mit kurzen Statements der forstpolitischen Sprecher und dem Schlusswort des Vorsitzenden.

Ein großer Dank des Vorstands geht an Gerd Bauer für seine professionelle Moderation, an die Politiker, die sich der „Basis“ stellten und ganz besonders auch an das engagierte Publikum, das mit seinen kritischen Fragen und Beiträgen sicherlich einen wichtigen Beitrag geleistet hat, dass die Politik „geerdet“ bleibt oder wieder wird.

Der Nachmittag war dem internen Teil des Verbandsgeschehens gewidmet. Die Mitglieder gedachten der verstorbenen Mitglieder Edzard Kolster, Werner Kuhne und Bernhard Bierschenk. Für langjährige Mitgliedschaft wurden die Kollegen Dr. Munzel und Schlegelmilch (40 Jahre) sowie Hahn, Happel, Heitmann, Helberg, Jelpke, Jolmes, Pech und der Vorsitzende selbst (25 Jahre) geehrt.

Die neuesten Angebote des BDF-Sozialwerks spez. im Bereich Pflege stellte anschließend Norbert Meier vor; eine detaillierte Darstellung würde den Rahmen sprengen und es sei daher die Homepage des Sozialwerks empfohlen (www.bdf-sozialwerk.de).

In seinem Tätigkeitsbericht hob Dr. Gero Hütte-von Essen besonders hervor: den Mitgliederzuwachs von 20 % in den letzten 2 Jahren, die rechtzeitige Erstellung des Positionspapiers zur Organisation von Hessen-Forst, die Stellungnahme zum Personalstrukturpapier von Hessen-Forst, den positiven Verlauf der PR-Wahlen (Mandatzuwachs), den erfolgreichen Landesjugendtag im Herbst letzten Jahres sowie die Alsfelder Resolution.

Es folgten die Berichte von Martin Menke (Rechtsschutz-Beauftragter), Ingo Pfisterer (Stv. Angestellten-Vertreter) und Albin Happel (Schatzmeister). Nach dem Bericht der Kassenprüfer wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

Die Rücktritte von Jens Helberg als stellvertretender Vorsitzender und Christoph Schulz als Landesjugendleiter, die sich beide auf ihre anderen berufspolitischen Tätigkeitsfelder konzentrieren wollen, machte Neuwahlen erforderlich: als neuer stellvertretender Vorsitzender wurde Sebastian Gräf (z.Zt. FENA, demnächst Bereichsleiter Produktion beim FA Königstein) gewählt. Hinsichtlich der Landesjugendleitung wurde beschlossen, dass ein geeigneter Kandidat beim nächsten Landesjugendtag im Herbst gefunden werden soll (s. Termine). Sebastian Gräf nimmt bis zu diesem Zeitpunkt die Stellvertretung des Landesjugendleiters wahr.

Ein ereignisreicher Tag ging dann zu Ende; zusammenfassend blieb der Eindruck, dass die Probleme der Forstleute erfolgreich in die politische Entscheidungsebene getragen worden sind und dort wahrgenommen werden sowie dass der BDF-Hessen als Berufsverband gut aufgestellt ist.

Bundesvorsitzender Hans Jacobs
Prof. Dr. Hubert Merkel

Das Podium: v.r.n.l. Heinrich Heidel, Martina Feldmayer, Dr. Walter Arnold, Gerd Bauer, Marjana Schott, Heinz Lotz

Blick in den Saal

Dr. Gero Hütte-von Essen gratuliert Sebastian Gräf (l.) zur Wahl
alle Fotos: R. Wagner, Knüllwald

Stand: 31. März 2019