BDFaktuell 05 / 2013

BDFaktuell 05 / 2013
Wir sind nicht mehr allein auf der Suche nach Försterinnen und Förstern!

von Wolfgang Lorenz

Auch andere Forstbetriebe suchen Personal. Gedanken zur Attraktivität des Landesbetriebes Hessen-Forst im gehobenen und höheren Forstdienst:
 
Als der Landesbetrieb Hessen-Forst vor einigen Jahren anfing, wieder Personal für den höheren und gehobenen Forstdienst einzustellen, gab es sonst kaum Möglichkeiten für Försterinnen und Förster ihren erlernten Beruf auszuüben. Viele hatten aufgrund der fehlenden Einstellungsmöglichkeiten im Forstberuf über Jahre andere Beschäftigungen gefunden und sahen jetzt die Möglichkeit, über das Bewerbungsverfahren (Assessment – Center, AC) endlich ihren ursprünglich angestrebten Beruf auszuüben. Der Landesbetrieb Hessen-Forst war zu der Zeit einer der wenigen Forstbetriebe, die wieder einstellten und konnte aus einer großen Anzahl von Bewerbern auswählen.
Zwar bildeten bisher viele Forstbetriebe in Deutschland aus, doch stellen mittlerweile viele dieser Betriebe auch wieder verstärkt ein. So haben die erfolgreichen Absolventen der Ausbildung durchaus die Möglichkeit zwischen verschiedenen Arbeitgebern auszuwählen.
In den kommenden Jahren wird die Nachfrage nach geeigneten Nachwuchskräften das Angebot übersteigen.
Immer wieder erklären Personen, die das Einstellungsverfahren in Hessen erfolgreich durchlaufen haben, dass sie sich auch in anderen Ländern beworben hätten und noch nicht endgültig zusagen wollen. In einigen Fällen haben junge Kolleginnen und Kollegen nach erfolgter Einarbeitung aus verschiedenen Gründen wieder den Arbeitgeber gewechselt.
 
Was kann man tun, damit sich Nachwuchskräfte an den Landesbetrieb Hessen-Forst binden?
 
Ein Vorbereitungsdienst oder Referendariat in Hessen, das gute Chancen für einen Übernahme bei bestandener Prüfung bietet, wäre ein erster Schritt. Die Einstellung bei fachlicher und persönlicher Eignung nach bestandener Prüfung ist doch ein gutes Argument sich für den Landesbetrieb zu entscheiden. Die persönliche Kompetenz, Teamfähigkeit und Sozialverhalten, kann man sicherlich auch während der Ausbildung und Prüfung nachweisen.
Die Beratung durch einen Personaldienstleister, mit dessen Arbeit der Landesbetrieb gute Erfahrung gemacht hat, könnte man sicherlich auch bei diesem Weg der Einstellung sinnvoll integrieren. Für Bewerber, die keinen Vorbereitungsdienst oder Referendariat in Hessen gemacht haben, könnte man weiterhin nach Bedarf ein Auswahlverfahren (AC) stattfinden lassen.
 
Unter den gegeben Umständen wird der Landesbetrieb weiter nach Möglichkeiten suchen müssen, um Nachwuchskräfte zu gewinnen und seine Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen. Dazu gehören neben der Ausbildung auch klare Vorgaben zur Einstellung und Übernahme. Die eingestellten Kolleginnen und Kollegen sollten dann zügig feste Stellen einnehmen können und eine entsprechende Bezahlung erhalten.

BDFaktuell 05 / 2013
Verhandlungen zur Entgeltordnung

Da Hessen aus dem Tarifgemeinschaft der Länder ausgetreten ist, wird nicht nur der Tarifvertrag (TV-H) gesondert ausgehandelt, sondern auch die zugehörige Entgeltordnung, in der die Eingruppierungen der einzelnen Berufsgruppen festgelegt werden. Am 19. März wurde in Wiesbaden die Entgeltordnung für den Bereich Forsten verhandelt. Verhandlungspartner waren das Innenministerium für die Arbeitgeberseite, das das HMUELV und den Landesbetrieb Hessen-Forst als forstliche Berater hinzuzog sowie der Deutsche Beamtenbund (dbb) zusammen mit dem BDF und die Gewerkschaft IG BAU auf Arbeitnehmerseite. Es verhandelten mit: Ingo Pfisterer (BDF, stellv. Angestelltenvertreter), Dr. Gero Hütte-von Essen (BDF, Landesvorsitzender), Michael Hildebrandt (dbb), Michel Schmitt (IG BAU, Branchensekretär im Bundesvorstand) und Sonja Heideloff (IG BAU). Die Verhandlungen sind auf gutem Wege, werden allerdings noch eine gewisse Zeit lang dauern 
  Verhandlungspartner der Arbeitnehmerseite:
v.r.n.l. Sonja Heideloff, NN, Ingo Pfisterer, NN, Dr. Hütte-von Essen
Foto: Dr. Gero-Hütte, Frankenberg
 
BDFaktuell 05 / 2013
Bernhard Bierschenk verstorben

von Dr. Gero Hütte-von Essen

Bernhard Bierschenk verstorben
Am 28. Februar verstarb unser Mitglied Oberamtsrat i.R. Bernhard Bierschenk im Alter von 85 Jahren.
Bernhard Bierschenk gehörte dem Bund Deutscher Forstleute seit 1969 an und gestaltete den Verband aktiv mit. Er war langjähriger Vorsitzender der Bezirksgruppe Darmstadt und Vorstandsmitglied. Er wurde zum Vorsitzenden gewählt, weil seine Berufskollegen wussten, dass er sie gut vertreten würde. Sie wurden nicht enttäuscht! Als Forstmann mit Leib und Seele dachte er auch die Berufspolitik nachhaltig und nicht nur in Perioden der Personalvertretung. Bernhard Bierschenk war viele Jahre „unser Mann in Darmstadt“. Die Mitbestimmungsaufgabe des BDF hat er als Pflicht verstanden: Wer als „Mündiger Bürger“ anerkannt werden will, muss auch seinen Mund auftun. Er darf dabei aber nicht vergessen, dass Mitbestimmung auch Mitverantwortung zur Folge hat. So hat Bernhard Bierschenk seine Tätigkeit im und für den Bund Deutscher Forstleute verstanden.
Neben seinem beruflichen und berufspolitischen Engagement ehren seine Kollegen auch seinen ehrenamtlichen Einsatz in der Jägerschaft: Er war langjähriger Kreisjagdberater für den Altkreis Dieburg, Leiter der Hegegemeinschaft Lichtenberg und Ausbilder für Jungjäger und Jagdaufseher. Weiterhin war er Mitglied im Bezirksnaturschutzbeirat. Für dieses vielfältige Engagement erhielt Bernhard Bierschenk im Jahr 1996 den Ehrenbrief des Landes Hessen.
Der Bund Deutscher Forstleute trauert um Bernhard Bierschenk und wird sein Andenken in Ehren halten.


Stand: 31. März 2019