BDFaktuell 07-08 / 2012

BDFaktuell 07-08 / 2012
Personalratswahlen 2012 – BDF weiter im Aufwind!   

von Dr. Gero Hütte von Essen

Die Personalratswahlen 2012 waren für hessische Verhältnisse ein voller Erfolg für den BDF. Nun werden wir weiter durch gute Sacharbeit überzeugen!

Die Anstrengungen der vergangenen Jahre haben sich gelohnt: Bei den GPR-Wahlen konnte sich der BDF-Hessen in der Gruppe der Beamten zwar nur von 41 % auf 42 % steigern, errang aber jetzt zwei von drei Mandaten. Gewählt wurden Jens Helberg, Reinhardshagen, und Stefan Rickert, Dieburg. Stellvertreter sind Jörg Althoff und Sigrun Brell. In der Gruppe der Beschäftigten steigerte sich der BDF von 11 % bei der letzten Wahl auf 18 % und errang damit souverän ein weiteres Mandat.

Erstmals konnte er auch nachweisbar bei Forstwirten punkten. Personalratsmitglieder sind damit Christoph Schulz, Weilburg, und Jennifer Park, Reinhardshagen. Stellvertreter sind Wolfgang Lorenz und Florian Feuerstein.

Bei der Wahl zum HPR errang der BDF im Wahlverbund mit dem dbb und Unabhängigen in der Gruppe der Beamten wieder ein Mandat, das durch Herrn Dr. Detmar Lehmann vom Landesbetrieb Hessische Landeslabore wahrgenommen wird. Erstmalig trat der BDF auch bei den HPR-Wahlen mit einer Beschäftigtenliste auf und errang ein Mandat. Dieses wird durch den Kollegen Christoph Schulz, Weilburg, wahrgenommen.

Die alten und neuen Personalvertreter stehen allen Kolleginnen und Kollegen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Wir danken für das Vertrauen und werden uns alle Mühe geben, dieses durch engagierte und mutige Sacharbeit zu erwidern.

BDFaktuell 07-08 / 2012
Seniorentreffen – 60 plus  

von Michael Küthe

Am 10. Mai 2012 trafen sich zum 7. Mal die BDF-Senioren mit ihren Frauen zum jährlichen Treffen. Die Zahl der Teilnehmer zeigt von Jahr zu Jahr eine erfreulich steigende Tendenz: Diesmal waren es insgesamt schon 25 Teilnehmer.

Auf Einladung von Herrn Bernhardt Kreusler war in diesem Jahr die geschichtsträchtige nassauische Residenzstadt Dillenburg, die von den Niederländern gerne besuchte Heimat ihres Freiheitshelden Wilhelm von Oranien, das Ziel der Exkursion.

Ebenso traditionsreich wie die 1760 durch die Franzosen zerstörte Schlossanlage ist auch das heutige hessische Landesgestüt, das in seinen Ursprüngen bis ins 16. Jahrhundert (Moritz von Oranien) zurückgeht. Besonders bekannt war die Zucht von Parade- und Zuchtpferden, der sog. Dillenburger Ramsnasen.1869, kurz nach dem „Deutsch-Deutschen Krieg“, wurden die Landesgestüte von Kurhessen (Kassel), Waldeck (Korbach) und Dillenburg zu einem „Preußisch-Nassauischen Landesgestüt“ zusammengelegt. 1957 wurde auch noch das ehemalige Landesgestüt Hessen in Darmstadt mit Dillenburg vereint.

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden im Landesgestüt Dillenburg robuste Kaltblut-Pferde für die Landwirtschaft gezüchtet. Nach dem Einzug der Motorisierung in die Landwirtschaft verlegte sich die Zucht mehr auf gute Reitpferde. Heute stehen im Gestüt gute Hengste aller Herkünfte zur Besamung zur Verfügung, außerdem floriert der Ausbildungsbetrieb zu Pferdewirten und anderen ähnlichen Berufen.

Nach einem zünftigen Mittagessen in und vor einer Waldhütte – die Sonne strahlte – fuhren wir zur Besichtigung der Grube Ypsilanta. In zwei Gruppen erkundeten wir mit Helm und Grubenlampen den alten Bergwerksstollen. Herr Hartmann vom Trägerverein erläuterte uns den Bergbau, der hier bis in die 1950er-Jahre betrieben wurde, sehr anschaulich und kompetent. Nun haben wir zu unserem forstlichen Allroundwissen noch eine weitere Sparte erlernen können; waren doch Forstwirtschaft und Bergbau traditionell sehr eng miteinander verbunden.

Zum Abschluss fanden wir uns nochmals an der Waldhütte zu Kaffee und Kuchen ein; gegen 17.00 Uhr erfolgte der allgemeine Aufbruch.

BDFaktuell 07-08 / 2012
Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt  
Oder: Warum ich nicht im BDF bin

von Anonymus s. u.

Also, vorab, ich habe ja grundsätzlich nichts gegen einen Berufsverband oder eine Gewerkschaft, schon gar nichts gegen den BDF.Ein Kollege aus dem Nachbarrevier – er ist ungefähr so alt wie ich und BDF-Mitglied – hat mich überredet, mal zu Papier zu bringen, warum das für mich nicht infrage kommt. Als wenn ich sonst nichts zu tun hätte! Aber, wie gesagt, er hat mich dazu überredet und tut mir auch ab und zu einen Gefallen.

Da ist also zunächst einmal der Mitgliedsbeitrag, für den man ja auch einen gewissen Gegenwert oder eine Leistung haben möchte. Es ist mir klar, dass jeder Verein seine Mitglieder zur Kasse bittet und Geld haben muss, um etwas zu bewegen. Ich bin übrigens Mitglied im BUND – man muss sich ja für die Erhaltung der Umwelt und der Natur engagieren! –, aber wenn ich sehe, wie viel oder besser wie wenig da letztlich für die einzelnen Projekte übrig bleibt, dann komme ich schon ins Grübeln, ob da meine Beiträge gut angelegt sind. Beim BDF – so sagt mein Kollege – soll dies etwas anders sein: Es gäbe keine hauptamtlichen Funktionäre und keinen großen Verwaltungsapparat, die Beiträge seien solidarisch entsprechend dem Gehalt gestaffelt und finanzierten ausschließlich die berufsständische Arbeit.

Trotzdem – wie schon der alte Schiller sagt (oder war es Goethe?): Der brave Mann denkt an sich – selbst zuletzt. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Gedankenstrich an der richtigen Stelle steht oder vielleicht gar nicht dahin gehört. Mein Kollege meint, ich sei da zu eigennützig und hielte nichts von einer Solidargemeinschaft nach dem Motto „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“. Also, ich gebe zu, dass es mir in erster Linie darum geht, was für mich nützlich und von Vorteil ist. Im Übrigen, auch ein Verein betreibt ja überwiegend Eigennutz, sozusagen kollektiven Eigennutz.

Oder ist der BDF da etwa eine Ausnahme?

Bisher bin ich mit meiner Verwaltung und meinen Vorgesetzten ganz gut allein fertig geworden und brauchte keinen, der mich vertritt. Ich mache meinen Dienst, aber auch nicht mehr! Personalversammlung, Personalratswahl, Betriebsausflug, Schüsseltreiben, Übungsschießen, Öffentlichkeitsarbeit, Hegegemeinschaften und was es da sonst noch alles gibt, da sieht mich keiner. Außerdienstliche Kontakte mit Kollegen sind zudem völlig unnötig und bringen oft Ärger.

Ich weiß, dass es Leute gibt, vielleicht auch geben muss, die sich da einbringen und engagieren, aber ich muss das nicht haben.Ich gebe ja zu, dass es manchmal ganz gut wäre, wenn man einen „großen Bruder“ hätte, den man vorschicken könnte, wenn wieder einmal ein völlig unfähiger Kollege bei der Beförderung vorgezogen wird oder meine umfangreichen Fähigkeiten und Leistungen bei der Beurteilung nicht angemessen gewürdigt werden oder die Dienstwohnung wieder einmal erheblich teurer wird.

Als mein Kollege, der mich dazu überredet hatte, meinen Standpunkt einmal darzulegen, dies gelesen hatte, meinte er, dass ich tatsächlich nicht das ideale BDF-Mitglied wäre.

Da ich offensichtlich mit meinem Motto – das mit dem braven Mann, der an sich denkt – nicht allein auf weiter Flur stehe, werde ich mir das mit der BDF- (evtl. auch der BUND-) Mitgliedschaft noch mal durch den Kopf gehen lassen. Man kann ja nie wissen, was alles noch auf einen zukommt!

Anmerkung der Redaktion: Name und Anschrift des Kollegen sind der Redaktion bekannt und wurden auf Wunsch nur verkürzt angegeben. Um unsere Leser nicht zu verunsichern: Das o. g. Zitat stammt von Friedrich von Schiller (Wilhelm Tell) und ist selbstverständlich ohne Satzzeichen versehen. In diesem Zusammenhang ist auf eine weitere Grundwahrheit Schillers hinzuweisen (er hat sie seinerzeit eigens für Gewerkschaften und Berufsverbände geprägt): „Vereint sind auch die Schwachen mächtig“.

Stand: 31. März 2019