BDFaktuell 11 / 2011

BDFaktuell 11 / 2011
Ich habe eine Beschwerde - was nun?

Beim Landesbetrieb Hessen-Forst wird das Miteinander im Wesentlichen durch zwei Geschäftsanweisungen (GA) geregelt:

  • Die GA zur „Führung und Zusammenarbeit" soll die Information, Kommunikation und Zusammenarbeit fördern und das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und der Mitarbeiterschaft verbessern; die zugehörigen Grundsätze werden in einer Anlage aufgeführt und stellen einen Idealzustand dar. Zur Erreichung dieses Zustands werden die Instrumentarien Jahresgespräch, Zielvereinbarung und Vorgesetztenrückmeldung näher definiert und geregelt.

  • Die GA „Kundenorientiertes Handeln und Umgang mit Beschwerden" hat in ihrem Titel zwar den Begriff „Umgang mit Beschwerden" und die Mitarbeiterschaft wird ausdrücklich als „interner Kunde" aufgeführt. Betrachtet man jedoch die konkreten Regelungen zum Beschwerdemanagement wird schnell deutlich, dass diese Instrumente für betriebsinterne Beschwerden nicht geeignet sind, sondern ausschließlich zur Lösung von Konflikten mit externen Kunden dienen.

Was passiert also, wenn es im Einzelfall trotz der Grundsätze zur Führung und Zusammenarbeit zu unauflösbaren Konflikten, Meinungsverschiedenheiten oder auch persönlichen Aversionen kommt? Aus der aktuellen Mitarbeiterbefragung lässt sich zwar insgesamt eine Steigerung der Zufriedenheit ablesen, aber geringe Zustimmungswerte in einzelnen Bereichen lassen dennoch vermuten, dass es bis zur Realisierung einer von allen anerkannten Unternehmenskultur noch einiges zu tun gibt. Daraus ergibt sich die Gefahr, dass unzufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen keine akzeptable Lösung eines Problems angeboten wird, innerlich kündigen, was letztlich für den Gesamtbetrieb von Nachteil wäre.

Der BDF Hessen arbeitet daher über die Personalvertretung mit unseren GPR-Vertreter daran, dass das Beschwerdeverfahren verbessert und institutionalisiert wird. Wichtig wären hier neutrale Ansprechpartner, welche die Sachverhalte zeitnah prüfen, Lösungen aufzeigen und deren Umsetzung auch kontrollieren. Jede Beschwerde sollte als eigener Fall unverzüglich abgearbeitet werden, um gar nicht erst innerbetriebliche Dauerspannungen und Frustrationen aufkommen zu lassen. Diskretion und Gesichtswahrung der Konfliktparteien sollten oberste Priorität haben.
Wir werden die Mitglieder über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten. LV-Hessen

 
Jens Helberg 
Stefan Rickert
Wolfgang Lorenz 

Stand: 31. März 2019