BDFaktuell 03 / 2011

BDFaktuell 03 / 2011
Forstorganisation – Erlesene Fundsache – weitgehend gebrauchsfähig

von Hans-Kurt Köhler

"Wir leben im Zeitalter der Organisationen, Reorganisationen und mit unter auch Desorganisationen, und auch das Forstwesen sieht sich von diesem Schwindel der Zeit mehr oder weniger befallen. Wir wollen hiermit nicht sagen, dass die Forstadministration nicht zum Besseren fortschreiten solle, sondern sind vielmehr überzeugt, dass sie im Geist und Form ihres Wirkens sich den Staatseinrichtungen im Allgemeinen anpassen, an den Verbesserungen derselben sich beteiligen müsse. Wir vermeinen daher nur, dass an der Forstverwaltung zu viel geändert und gekünstelt werde, dadurch die Schwierigkeiten in der Ausführung häufend, durch Verletzung der möglichen Einfachheit, welche alle Zweige des öffentlichen Dienstes, ganz besonders aber die Forstverwaltung charakterisieren soll."

Abgesehen von der Wortwahl und dem Satzbau könnte es sich hier um eine Aussage unserer Tage handeln. Tatsächlich ist jedoch dieser Text 175 Jahre alt und ist in einer Ausgabe der Allgemeinen Forst- und Jagd-Zeitung aus dem Jahre 1835 zu finden. Es wird hierin der Entwurf einer "Allgemeinen Forst- und Jagdordnung mit besonderer Rücksicht auf den preußischen Staat" von Dr. Georg Ludwig Hartig (Berlin 1833) rezensiert. Der Verfasser (Forstmeister Stephan Behlen) lässt der eigentlichen Besprechung der Schrift des Altmeisters G.L. Hartig einige allgemeine Bemerkungen und Fragen über Forst-Organisation und Forstordnungen vorangehen:

"Wenn Änderung irgend einer Forstverfassung und Verwaltung in Rede ist, so drängt sich notwendig die Frage auf: Hat die dermalige materielle oder formelle Gebrechen; fehlt es an dem Einigungs- und Centralisierungs-Punkte des individuellen Wirkens? …

Ist die Notwendigkeit einer Reorganisation der Forstverwaltung zur Evidenz erhoben, so bleibt zu erörtern und entsteht die weitere Frage: zu bestimmen, welche Grundformen für eine neue Forstorganisation anzunehmen sind.

Möglichste Vereinfachung des Geschäftsganges, Erledigung der Geschäfte durch möglichst wenige, ihrem Zeit- und Kraftaufwande zusagend besoldete und Nahrungssorgen enthobene Beamte, ohne sie jedoch über das Maas ihrer Körper- und Geisteskräfte zu überladen, sind Grundprincipien der Organisation irgend eines Verwaltungszweiges"

Man kann wohl davon ausgehen, dass die Beamten den Nahrungssorgen zwischenzeitlich enthoben wurden. Viele der Gedanken und Erkenntnisse unserer Altvorderen jedoch sind immer noch hochaktuell!

Damit ist erneut bewiesen, dass der oft zitierte Satz, dass nichts älter sei als die Zeitung von gestern, falsch ist. Lesenswertes, manchmal sogar Erlesenes, findet sich auch in alten Zeitungen!


BDFaktuell 03 / 2011
Altersgrenze für Ruhestand auf 62 Jahre gesenkt
Mitteilung des dbb Hessen


Mit dem 1. Dienstrechtsmodernisierungsgesetz wird 1.1.2012 die Lebensarbeitszeit schrittweise angehoben. Gleichzeitig wurde - allerdings bereits ab 1.1.2011 - die allgemeine Antragsaltersgrenze von 63 Jahren auf 62 Jahre abgesenkt.

Eine hessische/r Beamtin/Beamter kann somit in 2011 - also in diesem Jahr - auf Antrag bereits mit Vollendung des 62. Lebensjahres in den Ruhestand treten.

Betroffen ist damit erstmals der Jahrgang 1949.

Bezüglich Beamtinnen und Beamte, die schwerbehindert sind, verbleibt es bei der Antragsaltersgrenze des vollendeten 60. Lebensjahres. Sie nehmen jedoch auch wie nicht schwerbehinderte Beamtinnen und Beamte dem Grunde nach an der Erhöhung der Lebensarbeitszeit teil. Vergleichbar wurde auch die Berechnungsgrenze für den Versorgungsabschlag angehoben. Der Versorgungsabschlag wird jedoch auf maximal 10,8 v. H. begrenzt.
 



BDFaktuell 03 / 2011
Tarifverhandlungen 2011
Mitteilung des dbb Hessen

Die Tarifverhandlungen 2011 haben seit Februar begonnen. Der hessische Verhandlungsführer, Willi Russ, 2. Vorsitzender der dbb-Tarifunion, stellt bewusst für den TV-H die gleichen Forderungen wie sie bundesweit für den TV-L erhoben werden:
  • Die Erhöhung der Tabellenentgelte sowie der Ausbildungsentgelte um 50 € als Sockelbetrag und darauf eine Anhebung um 3% ab dem 01.01.2011 bei einer Laufzeit von 14 Monaten.
  •  Die Übernahme aller Auszubildenden.
  • Die regelmäßige Tarifpflege.
  • Eine zeit- und inhaltsgleiche Übertragung der Entgelterhöhungen auf den Beamtenbereich.
  • Eine Übertragung der Wochenarbeitszeitregelungen des Tarifbereichs auf den Beamtenbereich (40 Stunden). 

Stand: 31. März 2019