BDFaktuell 06 / 2017

BDFaktuell 06 / 2017
Jahreshauptversammlung mit wegweisenden Beschlüssen

Sigrun Brell

 
Die Vortragenden Heinrich Roßkopf, Heini Schmitt und Dr. Gero Hütte-von Essen (v.r.n.l.)

Foto: Rolf Wagner

In Alsfeld begrüßte der BDF-Landesvorsitzender Dr. Gero Hütte-von Essen zahlreiche Mitglieder. Nach dem Totengedenken und den Ehrungen legte er den Tätigkeitsbericht vor und berichtete von einer Vielzahl an Aktivitäten. Prägend für das Jahr war wohl die Personalratswahl, bei der der BDF-Hessen sehr gut abgeschnitten hat und die Onlineumfrage, die sich an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Innendienstes richtete. Nach dem Bericht des Rechtsschutzbeauftragten Martin Menke und dem Bericht des Kassenprüfers David Menke wurde der Vorstand auf Antrag entlastet. Zwar standen keine Neuwahlen an, aber, da der bisherige Landesjugendleiter sein Amt niedergelegt hat, musste ein neuer Landesjugendleiter gewählt werden. Für dieses Amt stellte sich Lukas Rippl zur Verfügung.
Nachdem alle Formalitäten abgewickelt waren, ging es an die inhaltliche Weichenstellung für das nächste Jahr. Zunächst wurde beschlossen, dass der Vorstand aus den Ergebnissen der Onlineumfrage beim Verwaltungspersonal von Hessen-Forst, Arbeitspapiere entwickelt und sich damit verstärkt um diese Berufsgruppe kümmert. Als zweites wurde die Resolution zur Waldpädagogik und Naturschutz intensiv diskutiert. Diese lag den Mitgliedern vor der Veranstaltung vor. Als Ergebnis verabschiedete das Gremium die Resolution mit großer Mehrheit in unveränderter Form. Vier Mitglieder stimmten für eine Überarbeitung, zwei enthielten sich. Die Resolution wird in der nächsten Zeit dem Landesbetrieb Hessen-Forst zugeleitet.
Nach einem interessanten Vortrag von Herrn Minzev vom BDF-Sozialwerk über die Unterschiede zwischen Amtshaftung und Diensthaftung, warb Dr. Gero Hütte-von Essen nochmal für die guten Leistungen, die das Sozialwerk seinen Mitgliedern exklusiv anbietet.
Im öffentlichen Teil, der sich am Nachmittag anschloss, stellte Heini Schmitt, Vorsitzender des dbb-Hessen die aktuellen Entwicklungen bezüglich der Beamtenbesoldung und der Arbeitszeit für Beamte dar. Im Anschluss hielt Heinrich Roßkopf, Mitglied der dbb-Tarifkommission einen sehr interessanten Vortrag zum Thema TV-H und Interessenvertretung. Er stellte insbesondere heraus, dass die Arbeitgeber noch sehr verbreitet an nicht mehr aktuellen Regelungen des BAT festhalten oder beamtenrechtliche Regelungen auf Tarifbeschäftigte übertragen oder auch umgekehrt. Hier mangelt es noch an viel Aufklärungsarbeit bei den Dienststellenleitern. Die anwesenden Tarifbeschäftigten hatten viele Fragen an den Tarifexperten, der in einer sehr unterhaltsamen, dabei kompetenten Art antwortete.
Dr. Gero Hütte-von Essen bedankte sich bei dem Vortragenden mit einem kleinen Präsent und schloss die Veranstaltung nach einem sehr ereignisreichen Tag mit einem Dank an alle, die den Weg nach Alsfeld auf sich genommen hatten.

BDFaktuell 06 / 2017
Resolution der Jahreshauptversammlung 2017 zur künftigen Gestaltung der Waldpädagogik und des Naturschutzes in Hessen

Der BDF-Hessen sorgt sich um die qualitativ hochwertige und stetige Waldpädagogik- und Naturschutzarbeit, die die mit diesem Thema betrauten Kolleginnen und Kollegen derzeit engagiert auf der Waldfläche leisten. Wir befürchten, dass diese gesellschaftlich relevante Aufgabe bei den angeordneten Zwängen auf der Strecke bleibt.

Deshalb fordern wir:

  • den Umgang mit den Aufgaben Waldpädagogik und Naturschutz nicht ungesteuert in 41 Individualprozessen den jeweiligen Forstämtern zu überlassen
  • eine praktikable Lösung durch speziell damit beauftragte Arbeitsgruppen erarbeiten zu lassen, wie zukünftig diese wertvolle Aufgabe von motivierten und speziell ausgebildeten Waldpädagogen und Naturschutzpersonal wahrgenommen wird
  • eine Verzahnung der Arbeit der Arbeitsgruppen mit den tatsächlichen Entwicklungen innerhalb der KVP-Prozesse der  41 Forstämter, um eine realistische Planung zu gewährleisten
  • in Forstämtern ohne eine Funktionsstelle Waldpädagogik bzw. Naturschutz sicherzustellen, dass diese gesellschaftlich relevanten Aufgabengebiete nicht als „lästiges Anhängsel“ an ein beliebiges Revier angehängt wird, sondern auch hier eine fachlich qualifizierte  und motivierte Person beauftragt wird
  • dass diese Aufgaben nur in Ausnahmefällen auf externe Personen ausgelagert wird, da „der Förster“ der einzige ist, der eine multifunktionale Forstwirtschaft authentisch vermitteln kann und wir diese Aufgabengebiete als eine Kernkompetenz und Kernaufgabe von Hessen-Forst begreifen
  • die Attraktivität der Aufgaben Waldpädagogik und Naturschutz durch eine entsprechende Honorierung (Zulage, Beförderung/Höhergruppierung) gesteigert und die zusätzlich erworbene Kompetenz auch abgegolten wird
  • dass in einem Konzept zum zukünftigen Umgang mit der Aufgabe Waldpädagogik auch der weitere Umgang mit den Jugendwaldheimen geregelt werden muss, z.B. müssen Regelungen zur Zukunft der Jugendwaldheime und  zur zukünftigen Personalausstattung getroffen werden

Begründung:

Immer mehr Forstämter treten in den Prozess zur kontinuierlichen Verbesserung (KVP) ein und verändern im Zuge der Prozessoptimierung und auf Grundlage der vorgegebenen Rahmenbedingungen ihre Struktur. Im gehobenen Dienst wird ein Einsparpotenzial von 3-4 Stellen pro Forstamt vorgesehen. Gleichzeitig unternimmt der Betrieb größte Anstrengungen, um Waldbesitzer zu akquirieren und zu binden. Einschlägige Lehrgänge werden zu Pflichtveranstaltungen für die Bereichsleitungen Dienstleistung und Hoheit.  Die Forstamtsleitungen versuchen zusammen mit ihren Belegschaften gemäß der Vorgaben aus dem 2015er Schreiben allen Ansprüchen gerecht zu werden und jonglieren mit Flächengrößen, Waldbesitzarten und Funktionen.

Die verschlankten 2025-Forstämter  sollen alles hergeben: Optimale forstliche Bewirtschaftung aller erreichbarer Waldflächen, integrativer Naturschutz auf der gesamten Fläche inkl. einem ausgefeilten Schutzgebietsmanagement und eine moderne, qualitativ hochwertige Waldpädagogik auf der gesamten Fläche.

Der betroffene Praktiker vor Ort stellt jetzt zwei Trends fest, die sich in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Zum einen der hohe Anspruch an die wertvolle Bildungsarbeit und eine qualifizierte Naturschutzarbeit, wie im betriebseigenen Konzept auch verankert. Zum anderen der Zwang zur einschneidenden Personalreduktion ohne einen Blick auf die derzeitige Situation der bereits heute herrschenden Überlastung des Personals zu werfen. Welcher Forstamtsleiter kann es sich leisten, mehr als 2 Reviere aufzulösen? Und wie sollen jetzt die anderen 1-2 Stellen im gehobenen Dienst eingespart werden, wenn in einem Forstamt die Waldpädagogik und/oder die Naturschutzarbeit mit einem zu erhaltenden 0,5 oder gar 1,0 Stellenanteil eingeschätzt wurde?

Ja, wird in dem Schreiben von 2015 ausgeführt, dann soll doch ein Revierleiter bei gleicher Reviergröße, die die Nachbarn auch haben, die Funktion mit übernehmen und durch einen Forstwirtschaftsmeister unterstützt werden.

Leider ist die Zahl der Forstwirtschaftsmeister endlich. Und dieses Personal wird auch schon zur Unterstützung der Revierleiter benötigt, die gerade durch Auflösung von Forstrevieren eine Reviervergrößerung erfahren haben.

Bleibt also nur die Variante, in Schwerpunktforstämtern externes Personal einzusetzen und diese wichtige Kompetenz auszulagern? Nur „der Förster“ kann die nachhaltige und multifunktionale Forstwirtschaft authentisch vermitteln Die Försterinnen und Förster sind die Waldexperten. Dieses Feld sollten wir nicht einfach so Dritten überlassen.

BDFaktuell 06 / 2017
Neue Landesleitung „Junge Forstleute“

 
Lukas Rippl
Foto: privat

Mein Name ist Lukas Rippl, ich bin 26 Jahre alt und gebürtiger „Hesse“. Nach der Forstwirtausbildung und dem Fachabitur studierte ich in Erfurt Forstwirtschaft & Ökosystemmanagement. Den anschließenden Vorbereitungsdienst für den gehobenen Forstdienst schloss ich im März 2016 in Hessen ab. Seit Januar 2017 bin ich bei Hessen-Forst im Forstamt Romrod als Betriebsassistent tätig. Ich freue mich darauf, ab diesem Jahr auch die Interessen der jungen Forstleute vom Forstwirt bis zum Verwaltungsfachangestellten und Förstern im gehobenen sowie höheren Dienst im BDF-Hessen vertreten zu dürfen.
 

 

 

Stand: 15. November 2017