BDFaktuell 01 / 2017

BDFaktuell 01 / 2017
Berufspolitisches Engagement gefragt!
(Interview von Christoph Schulz mit Christian Feußner, beide Angestelltenvertreter im Gesamtpersonalrat von Hessen-Forst)

Christoph Schulz

Christian Feußner


Christian; wie kamst Du überhaupt auf die Idee, einem Berufsverband beizutreten und Dich für den BDF zu entscheiden?
Meinen Eintritt in den BDF habe ich in erster Linie unserem Landesvorsitzenden Dr. Gero Hütte - von Essen zu verdanken. Im Nachgang eines Lehrgangs während meiner Anwärterzeit saßen wir gemütlich beisammen und wurden von Gero über die zahlreichen Vorteile, die eine Mitgliedschaft im BDF mit sich bringt aufgeklärt. Rückblickend muss ich sagen, dass mich vor allem das BDF-Sozialwerk, der Rechtsschutz, die angenehme Atmosphäre, die Hilfsbereitschaft untereinander und zu einem geringen Prozentsatz auch das an diesem Abend gereichte Bockbier vom BDF überzeugt haben ;-)

Welche Erwartungen hast Du an den BDF (im GPR)?
Ich erwarte von meiner Gewerkschaft, dass wir uns gemeinsam für die Interessen unserer Kolleginnen und Kollegen einsetzen und zwar ungeachtet der Gehaltsstufe und der Berufsgruppe. Ich wünsche mir, dass wir eine „klare Linie“ fahren und keinen „Schlingerkurs“. Außerdem müssen wir zu Themen, die die Mitarbeiterschaft bewegen, klare Stellung beziehen und diese dann auch möglichst öffentlichkeitswirksam kommunizieren.

Wieso engagierst Du Dich im GPR, obwohl Du Deine Zeit sicherlich auch für andere Dinge im Leben gut gebrauchen könntest?
Wenn ich in der Vergangenheit eins gelernt habe, dann, dass die Zeit viel zu kostbar ist, um sich über Dinge zu ärgern… und dann nichts dagegen zu tun. Als ich vom BDF-Vorstand gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könne für den GPR zu kandidieren, habe ich mich zunächst mal geehrt gefühlt und dies als Chance begriffen, Missstände aufzudecken, anzupacken und zu beheben.

Wie siehst Du die Mitgliedschaft des BDF im „Deutschen Beamtenbund und dbb-tarifunion“? Bringt das was für Dich als Angestellten?
Neben der Expertise und dem großen Fachwissen der hauptamtlichen Gewerkschafter in diesem Dachverband, auf das wir durch unsere Mitgliedschaft in dieser Gemeinschaft zurückgreifen können, sind wir mit hunderten von Mitgliedern natürlich auch Teil des Großen und Ganzen. Die Mitgliedschaft in diesem Dachverband stärkt unsere Position aus meiner Sicht enorm.

Wie willst Du in Zeiten zunehmenden Desinteresses der Menschen, sich irgendwo zu engagieren oder auch nur zu organisieren, die Forstleute aufmüden, ihre eigenen Interessen zu vertreten? Wie willst Du als GPR-Mitglied gerade etwas für den Nachwuchs erreichen?
Das zunehmende Desinteresse stellt in der Tat eine der größten Herausforderungen, nicht nur für den GPR da! Dazu müsste man eigentlich Ursachenforschung betreiben. Ich denke, die Hauptgründe hierfür liegen vor allem in der zurückliegenden Reform von 2004/2005, bei der die Mitarbeiter nicht beteiligt und mitgenommen wurden. Zum anderen spielt natürlich das Thema Mitarbeiterbefragung (MAB) eine zentrale Rolle. Mittlerweile liegen seit geraumer Zeit die Ergebnisse der dritten MAB vor. Wenn man sich die Ergebnisse mal genauer anschaut, wird man mit Erschrecken feststellen, dass die identifizierten Probleme häufig noch die gleichen wie bei der ersten, bzw. zweiten MAB sind! Aus meiner Sicht besteht unsere Aufgabe als GPR nun darin, die bestehenden Probleme gezielt anzupacken und immer wieder nachzuhaken, wie weit der Erfüllungsstand ist. In diesem Zusammenhang finde ich es unerlässlich, eine gute und wirksame Öffentlichkeitsarbeit aufzubauen und zu etablieren. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben ein gutes Recht auf Informationen! Erst dann wird überhaupt von außen wahrgenommen, dass es ein Gremium gibt, dass versucht, lösungsorientiert an den genannten Missständen zu arbeiten (getreu dem Motto: „Tue Gutes und sprich darüber“).
Natürlich sind mir die Probleme vor allem der Nachwuchskräfte ein Herzensanliegen, nicht zuletzt, weil ich selbst im sog. Nachwuchspool bin. Das fängt bei den Rahmenbedingungen für die Einstellungsvoraussetzungen an und geht weiter bei den Themen Mitarbeiterbindung, Wertschätzung, Anerkennung für Geleistetes, Planungssicherheit und nicht zuletzt über die Vergütung. Wenn „HESSENFORST 2025“ gelingen soll, dann eben angesichts des gerade laufenden Generationenwechsels in der Personalstruktur nur mit jungen, engagierten und motivierten Mitarbeitern!!!

Welche Themen würdest Du persönlich bei der Arbeit im GPR derzeit als vordringlich ansehen?
Aus meiner Sicht hat die Erreichung des geplanten Einstellungskorridors die oberste Priorität! In naher Zukunft wird uns eine riesige Pensionierungswelle erreichen. Wenn wir es bis dahin nicht geschafft haben, einen personellen Voranbau mit geeignetem Personal zu schaffen, dann steigt die Arbeitsbelastung aller Mitarbeiter/innen ins Unermessliche. Angesichts der stetig steigenden Fluktuation müssen wir uns selbst fragen, ob wir als Landesbetrieb HESSENFORST genügend Anreize für die Beschäftigten bieten, damit die Mitarbeiter/innen auch in Zukunft bei unserem Betrieb bleiben?! Arten von Anreizen gibt es ja bekanntlich viele, ob es mehr Gehalt ist, ein Dienstwagen mit privater Nutzung, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, zeitgemäße IT-Ausstattung oder auch einfach mal ein schlichtes „DANKESCHÖN“, das ist nämlich wirklich gar nicht so teuer, es bedarf nur einer etwas anderen Unternehmenskultur wie wir sie kennen.

 


 

Stand: 26. Januar 2017