BDFaktuell 09 / 2016

BDFaktuell 09 / 2016
Von den „Privilegien“ eines hessischen Pensionärs

Von unserem langjährigen und im Vorstand aktiven Mitglied Kurt Lehmann bekam die Redaktion nachfolgenden Brief, der keiner weiteren Kommentierung bedarf

Liebe Freunde vom BDF,

gelegentlich juckt es mir als ehemaligem Glossenschreiber und Landesredakteur in den Fingern, meinem Ärger in Schriftform etwas Luft zu machen. Nun ist es wieder soweit.

Als schwerbehinderter Heimbewohner (mit Pflegestufe), dessen Nettopension nicht für den Heimbeitrag und die Krankenversicherung ausreicht, bin ich dringend auf die Erstattungen von Beihilfe und Krankenkasse angewiesen.
Durch ein Versehen der Beihilfestelle wurde mir die ausstehende Erstattung nicht angewiesen, wobei schon der nächste monatliche Heimbeitrag anstand. Dies würde eine Kontoüberziehung oder die Aufnahme eines Kleinkredites bedeuten.
Das, so dachte ich, ließe sich leicht und sofort mit einem Telefonanruf beim Servicetelefon erledigen.
Ja, Pustekuchen!!!

Die zentrale Beihilfestelle (Kundenzentrum) hat nur ein einziges sog. “Servicetelefon“ für ganz Hessen!!!
Mein Versuch, dort einen Ansprechpartner zu erreichen dauerte ganze vier Tage!!
An das ständige Besetztzeichen könnte man sich im Laufe der Versuchstage fast gewöhnen, da zwischendurch im Verlauf des Vier-Tage-Versuchs zweimal plötzlich das Freizeichen ertönte.
Ja, Denkste!!!
Dies bedeutete jedoch nur, dass ich in eine endlose Warteschleife geschickt wurde und nach einigen Minuten die Verbindung mit der Aufforderung, es später noch einmal zu versuchen, abgebrochen wurde.

Dazu passt auch, dass entgegen der vollmundigen Ankündigung von acht Tagen, die Abrechnung im Schnitt über drei bis vier Wochen dauert.
Allerdings kann man den Kolleginnen und Kollegen (wenn man sie denn endlich doch einmal erreicht) nur bescheinigen, dass sie trotz dem gewaltigen Stress freundlich und hilfsbereit sind.

Dem Land Hessen (in der Verfassung steht noch die Todesstrafe, Gottseidank noch nicht für Beamte) ist jedoch vorzuwerfen, dass diese beklagenswerte Personal- und Sachausstattung der Verweigerung der gesetzlich vorgeschriebenen Fürsorgepflicht gleichkommt!!
Auch der Abzug von knapp 20,00 E mtl. vom Gehalt für einen evtl. Krankenhausaufenthalt und der Trick mit dem jahrzehntelangen Gehaltsabzug als angebliche Pensionsrücklage, die man nicht einmal als eigene Altersvorsorge steuerlich geltend machen kann, passt zu dieser Richtung.

Die sonstigen üblen Gepflogenheiten der Landesregierung durch die Verweigerung der Besoldungsanpassung (real ein halbes Prozent in 2016), wobei allein mein Heimbeitrag um zweieinhalb Prozent steigt (natürlich hat auch die Krankenkasse zum wiederholten Male erhöht) bestätigen mich in dieser Auffassung.

Schon der hl. Augustinus sagte: „Ein Staat, dem es an Gerechtigkeit fehlt, ist nichts als eine große Räuberbande“.
Was für einen armseligen Charakter müssen die Verantwortlichen haben, dass sie ihre Gestaltungsfantasien auf Kosten derjenigen ausleben, die sich nicht wehren können.

Aber man ist ja vollauf damit beschäftigt, etwas angeschmutzte Westen zu weißen und seine Hände in etwas zu waschen, was uns als Unschuld untergejubelt wird, sei es die AKW-Abschaltung Biblis, der Scheinflughafen Kassel-Calden (einfach ein paar Pappflieger aufstellen, soll sogar im Krieg funktioniert haben) oder die Ungereimtheiten in der NSU-Untersuchung. Diese Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen.
Nach stolzer Verkündung eines Steuerüberschusses von 260 Mio. könnte ja auch noch jemand auf die Idee kommen, diesen Betrag durch weitere Einsparungen bei den Bediensteten auf glatte 300 Mio. aufzustocken.

Wie sagt der Berliner:
Ick wundere mir über jarnischt mehr….

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil
 
Euer
Kurt Lehmann

BDFaktuell 09 / 2016
Wald im Märchen - Neue Ausstellung im Hessischen Forstmuseum in Hanau/Klein-Auheim

Der Förderverein für das Hessische Forstmuseum e.V. hat eine neue Ausstellung gestaltet. In Folge des Brüder-Grimm-Jahres 2014 und passend zur Brüder-Grimm-Stadt Hanau haben sich die Macher um Sabine Scholl "Wald im Märchen" als Thema gestellt. Im Eingangsbereich des Forstmuseums wird in dem vom Förderverein beschafften neuen Ausstellungssystem auf zehn Bild-  und Texttafeln Märchen und Wald thematisiert.

Die Ausstellung zeigt nicht nur Beispiele von mit Bäumen und Wäldern verbundenem Märchen, sondern versucht in den Märchen die verschiedene Bedeutungen des Waldes zu erkennen. Auf einer Tafel wird der Wald zum Beispiel als Ort der Zuflucht und des Schutzes dargestellt und durch das Märchen "Brüderchen und Schwesterchen" verkörpert.

Das Forstmuseum zeigt in seinen Dauerausstellungen Arbeitsverfahren und -geräte, die teilweise schon lange der Vergangenheit angehören, schafft damit aber auch Verständnis für historische Waldbewirtschaftung.

In wechselnden Sonderausstellungen sollen besondere forstgeschichtliche Themen in Verbindung mit heute angewandten Verfahren gezeigt werden. Dies erscheint besonders deshalb wichtig, weil das Wie und das Warum forstlicher Arbeiten der vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte häufig nicht mehr bekannt sind, man daraus aber durchaus Rückschlüsse auf das heutige Aussehen unserer Wälder ziehen kann.

Der Förderverein für das Hessische Forstmuseum hat sich zur Aufgabe gemacht derartige Ausstellungen zu initiieren, mit zu gestalten, zu fördern  und im Rahmen waldpädagogischer Maßnahmen das Wissen zu transportieren. Dieser Förderverein  kann seine satzungsmäßigen Aufgaben aber nur wahrnehmen mit dem Rückhalt einer ausreichenden Mitgliederzahl. Auch die Beschaffung von Spenden und Sponsoringmitteln wird durch Mitgliederstärke gefördert.

Daher geht unser Aufruf und die Bitte an alle Kolleginnen und Kollegen von Hessen Forst und der Landesforstverwaltung, werden Sie Mitglied in unserem Förderverein und arbeiten Sie eventuell sogar aktiv mit an der Gestaltung von Ausstellungen im und um das Forstmuseum.  18,00 Euro Jahresbeitrag sollten dabei kein Hinderungsgrund sein, gemeinsam mit uns die Geschichte unserer Wälder und der Arbeit in Ihnen lebendig zu erhalten.

Infos erhalten Sie  über das Forstamt Hanau-Wolfgang

 

 

Stand: 29. September 2016