BDFaktuell 07 - 08 / 2015

BDFaktuell 07 - 08 / 2015
BDF-Hessen führt Prüfungssimulation für Referendare durch

von Dr. Gero Hütte-von Essen

Am Freitagnachmittag, 24. April, organisierte der BDF-Hessen erstmalig eine Prüfungssimulation für Referendare. Es war der zweite Teil des Seminars „Fit für Assessement-Center und Staatsexamen“, dessen erster Teil schon im Dezember in Kooperation mit der DBB-Akademie erfolgreich durchgeführt wurde. Eingeladen waren Referendare beider Jahrgänge ins Forstamt Vöhl am Edersee.

Die Referendare liefen die 5 Stationen in Gruppen zu je 2 oder 3 Personen an und bekamen theoretische und praktische Prüfungsaufgaben von jungen Forstleuten gestellt, die die Prüfung vor nicht allzu langer Zeit selbst durchgemacht hatten. Abgerundet wurde die „Prüfung“ durch Speisen und Getränke, die der BDF stellte. Beim anschließenden Grillen an der Jagdhütte konnten im lockeren Gespräch mit den jungen erfolgreichen „Prüfern“ Erfahrungen für die letzten Vorbereitungen und die Prüfung selbst ausgetauscht werden.

Die Referendare zeigten sich sehr dankbar, dass ihnen diese Möglichkeit der intensiven Prüfungsvorbereitung geboten wurde. Der BDF-Hessen wünscht ihnen von Herzen, dass möglichst viele in Hessen übernommen werden und den anderen, dass sie ihre gute Ausbildung bei anderen Dienstherren/Arbeitgebern zum Einsatz bringen können.

BDFaktuell 07 - 08 / 2015
Einstellung von Assessorinnen/Assessoren

Offener Brief

Sehr geehrter Herr Treffenstädt,

mit Datum vom 14.04.2015 (wahrscheinlich war es der 14.05.2015, weil die Prüfung erst am 13.05.2015 beendet war), abgeschickt am 27.05.2015, benachrichtigten Sie die neuen Forstassessoren, dass keiner von ihnen übernommen werde. Gleichzeitig kündigten Sie an, dass im Herbst ein Assessment-Center stattfinde, zu dem sich jeder der Assessoren bewerben könne.

Der Vorstand des BDF-Hessen hat sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt, zumal uns bekannt ist, dass die Prüfungsergebnisse durchaus ordentlich waren und dass die aus der nun zweijährigen Beobachtung der jungen Leute erwachsenen Beurteilungen ebenfalls nicht einen solchen Schritt nahelegen. Außerdem ist bekannt, dass vertraglich in diesem Jahr regulär 5 Stellen des höheren Dienstes besetzt werden müssen und zumindest eine sechste durch den Wechsel einer unbefristet beschäftigten Nachwuchskraft auf eine Beamtenstelle in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung steht.

Daher haben wir einige Fragen an Sie, um deren Beantwortung wir Sie zu unserem besseren Verständnis bitten:

  1. Stammt die angesprochene Mail tatsächlich von Ihnen und ist sie bindend? Wir fragen dies deshalb, weil die E-Mail natürlich nicht handschriftlich unterschrieben ist und weil wir uns nicht vorstellen können, dass eine solche weitreichende Entscheidung in dieser Form und evtl. auch mit diesem Datumsfehler in dem sonst üblichen Entscheidungsprozess entstanden ist und dass diese Form den aktuellen Stil des Landesbetriebs Hessen-Forst darstellt.

    Wenn dieses Schreiben tatsächlich von Ihnen bzw. der Landesbetriebsleitung stammen sollte, dann bitten wir um Auskunft zu folgenden Fragen:
  2. Sind sich die Entscheider darüber bewusst, welches Bild des Landesbetriebs Hessen-Forst damit nach außen entsteht? Glauben Sie, dass es den Hochschulen verheimlicht werden kann, dass die Übernahmehoffnungen auf Grund des Korridor-Vertrags unbegründet sind? Was meinen Sie, welche Auswirkungen dies auf die Entscheidung junger Leute für oder gegen eine Referendarzeit bei Hessen-Forst haben wird?
  3. Sind sich die Entscheider darüber bewusst, welches Bild des Landesbetriebs Hessen-Forst damit gegenüber den Referendaren und Assessoren entsteht? Können Sie sich vorstellen, dass sich manche für die 2 Jahre bei Hessen-Forst entschieden haben, weil hier die Übernahmechancen besser schienen als in anderen Bundesländern? Können Sie sich hineindenken in eine junge Assessorin/Assessor, die/der nach 2 Jahren Einarbeitung in den Landesbetrieb Hessen-Forst und Prüfungsabschluss im vorderen Feld nun in einem Assessment-Center mit Personen gleichgesetzt wird, die erst noch in die hessischen Verhältnisse eingearbeitet werden müssen?
  4. Sind sich die Entscheider darüber bewusst, welches Bild des Landesbetriebs Hessen-Forst damit gegenüber den Ausbildern und Prüfern hinterlassen wird? Warum werden Ausbilder zwei Jahre lang belastet, wenn das Ergebnis nachher nicht zählt? Welches Bild haben Sie von der Fähigkeit der Prüfer und der Aussagekraft der Staatsprüfung, wenn diese nicht als Auswahlkriterium taugt?
  5. Sind sich die Entscheider darüber bewusst, welches Bild des Landesbetriebs Hessen-Forst damit gegenüber dem Forstministerium und den politischen Entscheidern hinterlassen wird? Wie paradox erscheint es, wenn zwei Jahre lang Finanzmittel und Personalkapazität in eine Ausbildung gesteckt werden, deren abschließendes Prüfungsergebnis negiert wird?

Der Vorstand des BDF-Hessen bittet Sie inständig, falls die E-Mail nicht sowieso ein Irrtum war, die Entscheidung zu überdenken. Unseres Erachtens wäre es für die Personalgewinnung fatal, wenn die Botschaft nach außen dränge, dass in Hessen trotz befriedigender Examensergebnisse keine direkten Übernahmen erfolgen. Unser Landesbetrieb Hessen-Forst hat es nicht verdient, zweite oder dritte Wahl bei den jungen Leuten zu werden.

In der Hoffnung, dass die besten der Assessorinnen/Assessoren demnächst ein förmliches Übernahmeschreiben erhalten und sich die E-Mail als Irrtum herausstellt und in Erwartung Ihrer Antwort

mit freundlichen Grüßen 

für den Vorstand  Dr. Gero Hütte-von Essen  (Landesvorsitzender)

 

Antwort der LBL auf den Offenen Brief:

 

 

Stand: 29. Mai 2018