BDFaktuell 01 / 2015

BDFaktuell 01 / 2015
Abschied von Gustav Adolf Petersson

Gustav Adolf Petersson bei der Ernennung zum Ehrenmitglied im Jahr 2012
Foto: Rolf Wagner
Am 25. November 2014 verstarb im Alter von 87 Jahren unser Kollege und Freund Gustav Adolf Petersson - von seinen langjährigen Weggefährten wurde er kurz GAP genannt.

Der BDF-Hessen und darüber hinaus die Forstleute in Deutschland und auch im Ausland verlieren mit ihm einen engagierten, anerkannten und erfahrenen Forstmann. Sowohl in seiner aktiven Dienstzeit als auch im Ruhestand hat er sich weit über das normale Maß hinaus für den Wald mit allen seinen Funktionen eingesetzt und insbesondere für die Menschen, die für und in dem Wald tätig waren.
Dabei waren seine berufliche Biografie wie auch seine ehrenamtlichen Tätigkeiten im Bund Deutscher Forstleute und der Personalvertretung in vieler Hinsicht bemerkenswert und eindrucksvoll.

Beruflicher Werdegang:
In Berlin geboren und aufgewachsen, war es schon in jungen Jahren sein Wunsch, Förster zu werden. Dieses Ziel verfolgte Petersson – allen zeitbedingten Widrigkeiten zum Trotz – mit großer Beharrlichkeit. Nach kurzer Zeit als Soldat und verschiedenen Tätigkeiten nach Ende des Krieges, begann er eine Ausbildung als Waldarbeiter bei den Berliner Stadtforsten. 1949 setzte er sich in den Westen ab und kam nach Hessen. In Schotten absolvierte er als Externer einen Lehrgang an der Hessischen Landesforstschule und beendete ihn als Bester von 90 Forstschülern seines Jahrgangs. Nach Vorbereitungsdienst und Laufbahnprüfung - wiederum als Bester – folgten Einsätze in verschiedenen forstlichen Einrichtungen.

Bemerkenswert sind Peterssons zahlreiche Auslandseinsätze, die er während seiner aktiven Dienstzeit im Auftrag der hessischen Landesforstverwaltung, der Deutschen Förderungsgesellschaft für Entwicklungsländer, der FAO, und nach seiner Pensionierung auf Wunsch der Carl Duisberg Gesellschaft, der Gesellschaft für Agrarentwicklung, des hessischen Forstvereins und der Senior Experten Service durchführte. Diese Einsätze führten ihn nach Griechenland, Chile, Estland, Guatemala, Ecuador und Bolivien. Insbesondere seine vierjährige Tätigkeit als Lehrer an der Heeres-Forstschule in Chile brachte ihm dort große Anerkennung durch die  Forstleute und ihm selbst bleibende Eindrücke und Erfahrungen. Sehr wichtig war dabei für Petersson der Blick von außen - wie er selbst sagte "Wenn man sich das eigene Haus von der anderen Straßenseite her ansieht, erkennt man Baumängel, die man vorher nicht sah" - auf forstliche Verhältnisse, nachhaltige Forstwirtschaft, und die vermeintlichen oder tatsächlichen Probleme bei Ausbildung und Organisation in Deutschland und Europa.

Zurück in Hessen wurde ihm die Leitung der Revierförsterei Odersbach im Forstamt Merenberg (später in Forstamt Weilburg umbenannt) übertragen. Neben der Tätigkeit als Revierleiter war er als Arbeitslehrer und Ausbildungsberater bei dem Lehrbetrieb für Waldarbeit und Forsttechnik eingesetzt.

Als Funktionsbeamter wurde ihm schließlich die alleinige Verantwortung für den Lehrbetrieb anvertraut. Diese Tätigkeit hatte Petersson bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand wahrgenommen. 

Tätigkeiten im Berufsverband und der Personalvertretung:
Der hessische Landesverband des Bundes Deutscher Forstmänner (es gab noch keine Försterinnen) wurde 1952 gegründet. Die Fachgruppe Forstbeamte und –angestellte in der GGLF hatte in Hessen zu dieser Zeit eine Monopolstellung und bestimmte weitgehend die forstliche Berufspolitik. Noch im gleichen Jahr wurde Petersson Mitglied des BDF, beteiligte sich  engagiert an den heftigen Diskussionen innerhalb des Landesverbandes über die forstpolitischen Ziele, so u.a. über das Forstamtssystem und Einheitsforstamt, Verbesserung und Vereinheitlichung der Ausbildung mit Ausrichtung auf die künftigen Einsatzfelder und zum Organisationsaufbau.

1968 wählte die Hauptversammlung des BDF-Hessen Petersson zum Landesvorsitzenden. Damit begann eine Zeit rastloser Aktivität auf allen Gebieten der Berufspolitik in Hessen. Peterssons Vorstellungen über die Inhalte, Leitbilder und Werte unseres Berufs und des Beamten als Staatsdiener haben den BDF, auch auf Bundesebene, nachhaltig geprägt. Sein entschiedenes Eintreten gegen parteipolitische Einflüsse auf die Fachverwaltung und die Mitarbeiter wie auch gegen die Durchsetzung von Einzelinteressen ohne Berücksichtigung des Gemeinwohls war zukunftweisend. Schon bei seinem Amtsantritt bekräftigte Petersson seine Absicht, den Verband nicht autokratisch, sondern in Form einer "präsidialen Demokratie" zu führen. Konsequent wurden die Landesvorstandssitzungen "mitgliederoffen" einberufen, ein Instrument innerverbandlicher Demokratie, das sich bewährte und seitdem im BDF-Hessen praktiziert wird.

Bei den Personalratswahlen 1970 gelang es dem BDF mit seinem Spitzenkandidaten Petersson erstmals einen Beamtenvertreter in den Hauptpersonalrat Forsten zu entsenden. Hier wurde sein oft wiederholter Hinweis, dass die Mitbestimmung der Personalvertretung stets auch Mitverantwortung bedeutet, Richtschnur für die BDF-Vertreter in den Personalräten der verschiedenen Stufen.

G.A. Petersson war von 1968 bis 1976 BDF-Landesvorsitzender, gleichzeitig Mitglied des Bundesvorstandes des BDF und Mitglied des Landeshauptvorstandes des Deutschen Beamtenbundes, Landesbund Hessen. Von 1976 bis 1980 stand er als stellvertretender Landesvorsitzender weiter zur Verfügung.

Mitglied im Hauptpersonalrat Forsten war Petersson von 1970 bis 1979.

Nach seinem Eintritt in den Ruhestand übernahm er – zusätzlich zu seinen Beratungsaufträgen in Südamerika - auf Wunsch der BDF-Bundesleitung die Beratung der Berufskollegen und Durchführung von Seminaren in den neuen Bundesländern zu Organisations- und Berufsvertretungsfragen in den Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen und erfuhr dabei große Anerkennung und Dank.

Auf Anregung des BDF-Hessen würdigte der Bundespräsident 2007 das vielfältige berufliche und ehrenamtliche Wirken von G.A. Petersson mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Hervorgehoben wurden seine besonderen Verdienste um das allgemeine Wohl, sein vorbildlicher Einsatz für die Förderung des Ansehens Deutschlands im Ausland und sein Engagement für seinen Berufsstand.

2012 wurde Petersson anlässlich des 60-jährigen Bestehens des BDF-Hessen zum Ehrenmitglied ernannt.

Bis zu seinem Tode beschäftigten Petersson weiterhin die aktuellen Probleme und Herausforderungen der Forstwirtschaft, in der Gesellschaftspolitik und der Berufspolitik. Hier brachte er nach Diskussionen und Schriftwechsel mit ehemaligen Mitstreitern im BDF seine nachdenkenswerten Gedanken und Vorstellungen zu Papier. Auch in vielen seiner früheren Denkschriften und Äußerungen kann man im Nachhinein seine klaren Analysen und seine fast prophetischen Entwicklungsbeschreibungen bewundern.

Bei der Trauerfeier für G.A. Petersson  in der Christus-Kirche von Odersbach zeugte eine große Anzahl von Forstleuten von einer engen und kameradschaftlichen Verbindung und Hochachtung. Die beruflichen Tätigkeiten und großen Verdienste wurden von dem Amtsleiter des Hessischen Forstamtes Weilburg, Werner Wernecke gewürdigt. Für den BDF-Hessen wies das Vorstandsmitglied Dr. Manfred Johann darauf hin, dass Petersson in den 62 Jahren seiner Mitgliedschaft für viele ein leuchtendes Vorbild war. Insbesondere durch seine auf reicher Erfahrung gegründeten Vorstellungen über die Inhalte und Werte unseres Berufes habe er sich bleibende Verdienste erworben und ein ehrendes Angedenken gesichert.

Die Mitglieder des BDF sind dankbar und stolz, einen Menschen wie Gustav Adolf Petersson in ihren Reihen gehabt zu haben!

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Rolf Steinbrenner im Ruhestand

Rolf Steinbrenner
Foto: Rolf Wagner
42 Jahre hat Rolf Steinbrenner erfolgreich in den Geschäftszimmern der Hess. Landesforstverwaltung bzw. von Hessen-Forst gearbeitet: So war er u.a. langjähriger Büroleiter in den FÄ Herborn und Dillenburg und seit 1998 bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand Sachgebietsleiter Verwaltung beim Hess. Forstamt Wetzlar.

Seine umfangreichen Fachkenntnisse hat er landesweit in vielen Projekt- und Arbeitsgruppen zur Optimierung und Rationalisierung von Verwaltungsabläufen eingebracht. Besonders hervorzuheben ist seine Tätigkeit als Ausbilder: An mehr als 50 Auszubildende hat er im Laufe der Jahre sein Wissen und seine Erfahrungen weitergegeben.

Die Mitglieder des BDF-Hessen wählten Rolf Steinbrenner 1980 als Geschäftsführer in den Landesvorstand. Diese Funktion hat er engagiert und zuverlässig 28 Jahre lang ausgeübt und war damit für die jeweiligen Landesvorsitzenden eine unverzichtbare und dankbar angenommene Unterstützung. Dass die internen Abläufe, die Information innerhalb des Verbandes und die Betreuung der Mitglieder so reibungslos und verlustfrei gelangen, ist ein bleibender Verdienst Steinbrenners.

In Anerkennung seines Einsatzes für den BDF-Hessen wurde Rolf Steinbrenner von der Hauptversammlung 2009 zum Ehrenmitglied ernannt. Die zuverlässige, schnelle und zielgerichtete Information und Beteiligung ist ein Qualitätsmerkmal unseres Verbandes. Der Verband ist Rolf Steinbrenner daher sehr dankbar, dass er auch weiterhin für  den Vorstand und die Mitglieder als Info-Beauftragter dafür sorgen wird, dass die zunehmende Informationsflut sachkundig gefiltert und aktuell allen interessierten Mitgliedern zur Verfügung steht.

 

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Juliane Bieling neue stellvertretende Vorsitzende des BDF Hessen

Rolf Steinbrenner
Foto: Rolf Wagner
Bei der Jahreshauptversammlung in diesem Jahr in Alsfeld wurde die Kollegin Juliane Bieling zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Dr. Gero Hütte-von Essen dankte ihr für die Übernahme dieser anspruchsvollen Aufgabe. Neben der Vertretung des Vorsitzenden wird ihre spezielle Aufgabe darin liegen, den BDF bei Partnerorganisationen, insbesondere in der BDF-Bundesleitung, zu vertreten. Wir freuen uns auf ihr engagiertes Mitwirken an der Verbandsarbeit.

Hier stellt sich die neue Stv. Vorsitzende den Mitgliedern persönlich vor:

„Ich bin 29 Jahre alt und komme aus Waldeck am Edersee. Studiert habe ich Forstwirtschaft an der HAWK Göttingen. 2011 erlangte ich dort meinen Bachelor-Abschluss. Gleich im Anschluss begann ich mit meinem Vorbereitungsdienst bei Hessen-Forst im Forstamt Weilmünster. Nach erfolgreich durchlaufenem Assessment Center bin ich seit Februar 2013 im Hessischen Forstamt Jesberg angestellt und bin dort für die Bereiche Naturschutz und Waldpädagogik zuständig.

Im April 2014 habe ich mich in den Vorstand wählen lassen, um auch die Interessen von uns jungen Angestellten im Forstbereich zu vertreten und bei der Vertretung unserer Interessen mitzuwirken.“


 

 

Stand: 29. Mai 2018