BDFaktuell 04 / 2013

BDFaktuell 04 / 2013
Anmerkungen zur Vereinbarung „Personalstruktur 2025“

Am 24.01.2013 unterzeichneten der Staatssekretär im HMUELV, Mark Weinmeister, und der Vorsitzende des HPR, Volker Diefenbach, eine vieldiskutierte Vereinbarung zur Personalentwicklung in der hessischen Landesforstverwaltung bis zum Jahr 2025, die gegenüber dem Papier der Landesbetriebsleitung nur geringe Änderungen enthält. Das Papier der Landesbetriebsleitung wurde im Vorhinein vom Gesamtpersonalrat abgelehnt und daher dem HPR zur Entscheidung übergeben.
Auf das Ergebnis der Verhandlungen konnte der BDF-Hessen nur wenig Einfluss nehmen. Seine kritische Haltung gegenüber Personaleinschnitten ohne Arbeitsvolumenermittlung und Prognose der finanziellen Entwicklung hat der BDF bereits mehrfach deutlich gemacht. Die Vereinbarung ist nun Gegenstand für die Arbeit in den Personalräten geworden.   Wussten Sie ...?
...dass Hessen-Forst für die private Nutzung von Dienstfahrzeugen unter Berufung auf die tatsächlichen Kosten (trotz günstiger Beschaffungsrabatte) 0,48€/km in Rechnung stellt, die Bereitstellung von Privat-KFZ für dienstliche Zwecke unter Berufung auf das Hess. Reisekostengesetz jedoch nur mit 0,35€/km entschädigt? 

Was sieht der BDF unter anderem kritisch?

Die Einstellungskorridore für den höheren und gehobenen Dienst sind so schon zu gering, zumal zunehmend junge Angestellte in andere Forstverwaltungen wechseln, u.a. auch, weil in Hessen kaum mehr verbeamtet wird. Wie ist gewährleistet, dass die Einstellungsvereinbarungen auch tatsächlich eingehalten und zusätzliche Lücken durch Personalverlust im aktiven Bereich ersetzt werden?

Die Einsparungsvereinbarung von 150 Stellen des gehobenen Dienstes, davon viele Revierleiterstellen, ist ein bedeutender Einschnitt. Wie können so die Ansprüche an Qualität und Service, sowie an die optimale Verwaltung des Waldvermögens gegenüber den Kunden und Eigentümern gehalten werden?

Der Stellenabbau im Bereich der Forstamtsbüros mit 40 Stellen im Bürodienst wurde vom HPR ohne Rücksprache mit den Berufsvertretungen hinzugenommen und ist bisher auf seine Umsetzung im Projekt „Revier 2025“ noch nicht untersucht worden. Dies sieht der BDF besonders kritisch, da hiervon auch viele Halbzeit- und Frauenstellen betroffen sind und die Zahl der Büroangestellten schon in den vergangenen Jahren deutlich verringert wurde.

Eine ausreichende Anzahl von Forstwirten und Forstwirtschaftsmeistern ist notwendig, um den Forstbetrieb zu erhalten. Wie erkennt man bei den 10 einzustellenden Jugendlichen, ob sie zum Forstwirtschaftsmeister geeignet sind? Wird es in Zukunft im Forst noch Betätigungsmöglichkeiten für vorwiegend handwerklich begabte Menschen geben?

Der BDF-Hessen steht zur konstruktiven und kritischen Zusammenarbeit bereit, sieht aber bei bereits jetzt hoher Arbeitsbelastung aller Mitarbeiter des Landesbetriebes große Schwierigkeiten bei der Bewältigung der gestellten Aufgaben und der Umsetzung der geplanten Einsparungen. Es gibt Indikatoren, dass schon heute die Wertschöpfung nicht mehr optimal gewährleistet ist. Im Sinne eines optimierten, nachhaltigen Forstbetriebes bleibt der BDF daher bei seiner Grundsatzaussage:
Einstellungskorridor ja – Personaleinschnitte nein.

 

Antwort des HPR-Vorsitzenden zu Fragen des BDF zur HPR-Vereinbarung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 24.1.2013 haben wir seitens des HPR eine Vereinbarung zur Personalentwicklung bei Hessen Forst bis 2025 abgeschlossen.

Obwohl die dazu erforderlichen Beschlüsse einstimmig über alle Gruppen und von allen Berufsverbänden erfolgten, erreicht mich als Vorsitzender des HPR nun eine Anfrage eines beteiligten Berufsverbandes mit der Bitte diesbezügliche Fragen zu beantworten.

Sie haben als Beschäftigte von Hessen Forst diese Anfrage in Form eines offenen Briefes ebenfalls erhalten.

Deshalb beantworte ich die Fragen gerne und stelle die Beantwortung Ihnen in anhängender Datei zur Verfügung.

Wichtige positive Elemente der Vereinbarung seine vorab genannt:

  • es konnten für alle Berufsgruppen Einstellungskorridore ausgehandelt werden, die bis 2017 deutlich über den regulären Altersabgängen liegen und mittelfristige Planbarkeit und Perspektiven für den Nachwuchs herstellen,
  • es wurde eine Unterstützung für die Revierleiter durch Forstwirtschaftsmneister organisiert;
  • Forstwirtschaftsmeister erhalten die Option auf eine Fortbildungsoffensive, sie werden qualifikationsgerecht eingesetzt,
  • Teamarbeit wird in den Mittelpunkt gerückt,
  • begleitende Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung in Landesbetrieb sind vereinbart,
  • es ist sicher gestellt, dass bei den derzeit Beschäftigten keine Betroffenheiten durch Dienststellenauflösungen, Umsetzungen o.ä. entstehen.

In Kürze wird aller Voraussicht die Gelegenheit zur persönlichen Information bestehen. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die nicht über einen IT-gestützten Arbeitsplatz verfügen, bitte ich die Beantwortung in geeigneter Form zur Verfügung zu stellen.

Mit kollegialen Grüßen

Volker Diefenbach

Vorsitzender Hauptpersonalrat beim Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Mainzer Straße 80 65189 Wiesbaden
Tel. 0611 - 815 1933
Fax 0611 - 815 1954 HPR-Geschaeftsstelle@hmuelv.hessen.de volker.diefenbach@hmuelv.hessen.de
   

Download BeitrittserklärungDownload als PDF-Datei
Langfassung BDF-Fragen an den HPR-Vorsitzenden Volker Diefenbach und Antwort

 Sicht der IGBAU zur Vereinbarung zur Personalentwicklung in der hessischen Landesforstverwaltung bis zum Jahr 2025 nachzulesen in Forstliche Mitteilungen 3/2013, Seite 19-21, unter "Team statt Hierarchie":

 Team statt Hierarchie

 Sicht der IGBAU zur "Personalentwicklung Hessen Forst 2025" nachzulesen in Forstliche Mitteilungen 6/2013:

 

 
Personalentwicklung Hessen Forst 2025 
 

BDFaktuell 04 / 2013
Streik und Streikgeld

Hier ein paar Hinweise für evtl. eskalierende Streiks zwecks Erhalts von Streik-Geld für BDF-Mitglieder:
Der BDF muss zur Teilnahme am Streik aufgerufen haben
Teilnahmeberechtigt sind nur Tarifbeschäftigte
Der Beschäftigte muss sich bei seinem Arbeitgeber zum Streik abmelden
Jeder Teilnehmer muss sich täglich in eine Streikerfassungsliste eintragen
Die Streikerfassungslisteliste muss durch einen Streikbeauftragten des BDF oder einer anderen Mitgliedgewerkschaft des DBB abgezeichnet werden und ist Grundlage für die Gewährung von Streikgeld
Jedes streikende Mitglied muss Streikgeld beantragen und seinen Gehaltsabzug gegenüber dem BDF nachweisen (monatliche Gehaltsmitteilung oder Bestätigung des Arbeitgebers)
Streikgeld wird durch den BDF ausgezahlt. Es beträgt 50,-€/Mitglied und Streiktag, bei stundenweisem Streik 10 €/Stunde bis zu max. 50€/Tag. Der ausgezahlte Betrag wird dem BDF vom DBB-Tarifunion erstattet. Streikgeld wird durch den BDF grundsätzlich nur an Mitglieder ausgezahlt, allerdings vom ersten Tag der Mitgliedschaft an.

Stand: 29. Mai 2018