BDFaktuell 02 / 2012

Lesen Sie jetzt unser Positionspapier zur Zukunft von  Hessen-Forst (Februar 2012)

BDFaktuell 02 / 2012
Gemeinsam optimieren - Gedankenaustausch BDF-Vorstand und Landesbetriebsleitung

von Dr. Gero Hütte von Essen 

 

Zwecks Vorstellung des neuen Vorstands und anlässlich des offenen BDF-Briefs zum PE-Konzept Waldarbeit (s. www.bdf-hessen.de, Aktuelles) trafen sich am 7. Dezember die Vorstandsmitglieder Dr. Gero Hütte-von Essen, Werner Schaaf und Jens Helberg mit dem Leiter des Landesbetriebes, Michael Gerst, sowie Hans-Dieter Treffenstädt, dem Leiter der Personalabteilung. Das etwa zweistündige Gespräch verlief in sachlicher und konstruktiver Atmosphäre.

 

  • Wesentlicher Gegenstand des Austauschs war das vor geraumer Zeit ins Leben gerufene PE-Konzept Waldarbeit. Hier machte der BDF Hessen deutlich, dass es sich mitnichten um eine reine Frage der Tarifparteien handelt. Bereits der Ausgangspunkt des Konzeptes, die bevorstehende Pensionierungswelle der Beamten und Angestellten des gehobenen Dienstes, geht über die Zuständigkeit der Tarifparteien hinaus. Auch das bereits eingeleitete Abschmelzen der Funktionsbeamten ist keine Frage von Tarifverhandlungen. Die Landesbetriebsleitung machte deutlich, dass es ihr insbesondere unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung um den Erhalt der Kernfunktionen sowie der Kernorganisation im Revierbereich geht. Forstwirtschaftsmeister sollen hier zielführend unterstützen. Der BDF Hessen stellte dar, dass die Fachhochschulen und Universitäten über ausreichende Kapazitäten verfügen, um genügend Forstleute heranzubilden. Zudem weist die finanzielle Situation des Landesbetriebs inzwischen im Sinne der Neuen Verwaltungssteuerung (NVS) deutliche Überschüsse auf. Ein Kosten- oder Personalverfügbarkeitsdruck zum Abschmelzen von Mitarbeitern besteht aus Sicht unseres Verbandes nicht.
    Die im offenen Brief formulierten Einzelfragen zum PE-Konzept Waldarbeit bat der BDF schriftlich zu beantworten, auch um eine abgestimmte Information der Mitarbeiter zu gewährleisten. (Antwort von Hessen-Forst auf das "Personalentwicklungskonzept Waldarbeit" Januar 2012)
  • Der BDF Hessen plant die Veröffentlichung einer Druckschrift zur Geschichte der ehemaligen Hessischen Forstschule in Schotten. Dieses Vorhaben wird von der Landesbetriebsleitung unterstützt, wobei Herr Gerst ein Grußwort zusagte.
  • Der BDF Hessen feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Zur Jahreshauptversammlung am 21. März sagte Herr Treffenstädt die Beteiligung „der Firma" durch einen Vortrag zum Gesundheitsmanagement bei Hessen-Forst zu.
  • Bezüglich der Petition des BDF Hessen zur Beamtenfrage mit besonderer Berücksichtigung der finanziellen Ungleichbehandlung von Beamten und Angestellten bei gleicher Tätigkeit stellt die Landesbetriebsleitung noch einmal ihre klare Position dar, keine Verbeamtungen mehr vornehmen zu wollen. Der BDF Hessen weist einmal mehr auf die Vorzüge des Einsatzes von Forstbeamten hin. Beamte weisen für den Arbeitgeber wesentliche Vorteile bezüglich der langfristigen Mitarbeiterbindung und der Stabilität des Mitarbeiterstamms gerade in Zeiten des demografischen Wandels auf.
  • Zur neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung verweist die Landesbetriebsleitung auf die Zuständigkeit des HMUELV. Der BDF Hessen wird plangemäß nach Vorliegen des Entwurfs angehört.
  • Auf die aus Sicht des BDF unzureichende Fahrtkostenentschädigung der Anwärter und Referendare angesprochen, wurde auf die kürzliche Neuregelung verwiesen und seitens der Landesbetriebsleitung kurzfristig kein Veränderungsbedarf gesehen.
  • Es liegt ein neues Hessisches Waldgesetz im Referentenentwurf vor. Grund für die Novellierung ist das durch Zeitablauf „automatische" Außerkrafttreten des aktuellen Hessischen Forstgesetzes mit dem Jahr 2013. Der Entwurf ist innerhalb des Ministeriums noch nicht abgestimmt und daher auch noch nicht veröffentlicht worden.
  • Zur unterschiedlichen Behandlung von Frauen und Männern bei den aktuellen Auswahlverfahren wird von der LBL bestätigt, dass Frauen in der Weise bevorzugt werden, dass sie im Gegensatz zu männlichen Bewerbern ohne Berücksichtigung ihrer Zeugnisse zum AC geladen werden. Es wird hierbei auf § 9 des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes (HGIG) Bezug genommen. Der BDF Hessen bezweifelt, dass diese Ungleichbehandlung grundgesetzkonform ist.

Auch wenn bei dem Gespräch einige „heiße Eisen" angesprochen wurden, verlief das Gespräch in einer freundlichen und angenehmen Atmosphäre. Es wurde vereinbart, den Dialog fortzusetzen.

Stand: 29. Mai 2018